Schwanendrama am Isarkanal

von Redaktion

Küken geraten in Treibgut-Rechen von Sendlinger Wasserkraftwerk – sieben Vögel sterben

Sie waren gerade erst am Freitag geschlüpft – doch für die sieben Schwanenküken kam bereits am Samstag jede Hilfe zu spät. Sie sind tot – tragisch verunglückt bei ihrem ersten Ausflug auf dem Wasser.

Das Tier-Drama habe sich am Samstag ereignet, sagt Cornelia Schönhardt von der Initiative „Welt der Schwäne“, die sich stadtweit um die Wasservögel kümmert. Sie war samstagabends zum Nest der Schwäne am Isarkanal gefahren, um zu sehen, ob nach dem Sturm Freitagnacht alles in Ordnung sei. Schon bei ihrer Ankunft ahnte sie, dass etwas passiert sein musste. „Das Nest war leer. Die Schwanenmama rief nach ihren Jungen.“

Augenzeugen berichteten Schönhardt von der Tragödie, die sich um die Mittagszeit zugetragen haben soll: „Die Kleinen schwammen auf dem Isarwerkkanal in Richtung Wehr und gerieten in einen Sog.“ Verzweifelt müssen die Küken gegen die Strömung angekämpft haben. „Aber sie waren wohl noch etwas schwach.“ Hilflos musste die Mama also zusehen, wie ihre Küken Richtung Wehr abgetrieben wurden. Der Rechen, der das Treibgut abfangen soll, wurde für die Vögel zur tödlichen Falle. „Die Küken wurden in den Rechen hineingezogen. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke sagte, dass sie zerquetscht worden seien.“ Auch die Feuerwehr konnte nicht mehr helfen.

Ihre Eltern blieben trauernd zurück. „Die Mama hat stundenlang nach ihren Jungen gerufen und immer wieder suchend ins Nest oder in Richtung Wehr geschaut. Der Papa hat sich zunächst zurückgezogen und schwamm allein für sich.“

Das Unglück sei kein Einzelfall, sagt Schönhardt. „Am Isarwerk 2 passiert immer wieder mal etwas. Vor allem für Schwäne ist es dort gefährlich.“ Die Tierschützerin will die Stadtwerke deshalb jetzt bitten zu prüfen, ob solche Unglücksfälle womöglich durch technische Nachrüstung in Zukunft verhindert werden können. Sie hofft, dass das Schwanenpaar trotz seines Verlusts nicht aufgibt. Anzeichen für einen Neuanfang sieht sie: „Der Vater hat das Nest bereits neu hergerichtet. Davor hatte er noch zarte Annäherungsversuche gemacht.“ Sie mutmaßt, dass es die beiden nach einer Pause von zwei, drei Wochen „noch einmal probieren“. Die Brutzeit betrage bei Schwänen etwa fünf Wochen. DANIELA POHL

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