Vorbild Südfrankreich? So funktioniert die Verkehrsführung in Cannes

von Redaktion

Dass sich die Innenstadt wandelt, ist in einer lebendigen Metropole ohnehin klar. Aber wohin geht die Reise? Viele wollen mehr Grün im Zentrum – allerdings ist das nicht so leicht umsetzbar, sagt Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU). Oft verhindere etwa der Denkmalschutz begrünte Dächer. Aber es gibt Ideen – vor allem zur Lenkung des Verkehrs.

Baumgärtner nennt hier Cannes als mögliches Vorbild. In der französischen Stadt, die Baumgärtner selber erlebt hat, fahren zwar Autos an der Oberfläche, auch im Zentrum. Aber für den stehenden Verkehr (also geparkte Pkw) gibt’s fast nur Tiefgaragen. So bleibt oberirdisch mehr Platz, und der Parksuchverkehr verstopft Wege nicht unnötig. Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer haben oft Spuren auf der gleichen Ebene, also ohne Randsteine – die Abgrenzung funktioniert durch verschiedene Farben. Zudem setze Cannes vielfach auf relativ schmale Straßen – Autos passen durch, müssen aber langsam fahren. Für Baumgärtner eine gute Idee. „Das heizt die Stadt weniger auf. Aber im Zentrum muss trotzdem Raum für Lieferverkehr sein.“

Und was ist mit anderen europäischen Vorbildern? Barcelona mit seinen verkehrsberuhigten Superblocks? Für München nicht einfach umzusetzen, weil die großräumige Verkehrsführung ganz anders funktioniert (kein Schachbrett). Gründächer wie in Kopenhagen? Schön, aber laut Baumgärtner nicht allein selig machend.  rmi

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