Hackerbrücke: Kein Überholverbot

von Redaktion

Westend: Lokalpolitiker ärgern sich über Mobilitätsreferat

Bereits im April letzten Jahres hatte eine Bürgerin auf der Bürgerversammlung Schwanthalerhöhe ein Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen durch mehrspurige Fahrzeuge auf der Hackerbrücke gefordert. In ihrem Anliegen beschrieb sie die Verkehrssituation auf der Brücke als unsicher, denn immer wieder käme es zu gefährlichen Überholmanövern von Fahrrädern durch Autos, die die 1,50 Meter Sicherheitsabstand nicht einhalten.

Wirft man einen genaueren Blick auf die Gegebenheiten der Hackerbrücke, liegt die Missachtung des Sicherheitsabstands vor allem daran, dass die Fahrspuren nur etwa drei Meter breit sind. Somit können Autos die Fahrräder nur durch Ausweichen auf die Gegenfahrspur ordnungsgemäß überholen. Dies ist jedoch im regulären Straßenverkehr kaum möglich.

Trotz der unsicheren Verkehrssituation vertritt das Mobilitätsreferat der Stadt die Ansicht, dass ein Überholverbot auf der Hackerbrücke nicht sinnvoll ist: Zwar werde die gesetzliche Regelung oft missachtet, doch sei allein deshalb keine weitere Beschilderung erforderlich.

In der Sitzung des Bezirksausschusses Schwanthalerhöhe (BA) wurde nun abermals über das Bürgeranliegen und die Aussagen des Mobilitätsreferats diskutiert. So äußerte sich Ulrike Boesser (SPD): „Wie kann es sein, dass sich die Stadtverwaltung die Verkehrswende auf die Fahne schreibt und dieses Anliegen so nutzlos beantwortet.“ Anja Kaiser (Grüne) fügte dem hinzu, dass die gesetzliche Abstandsregelung offensichtlich nicht ausreiche und deshalb ein Überholverbot eingeführt werden solle. Der BA entschied sich daraufhin einstimmig dafür, das in dem Bürgeranliegen geforderte Überholverbot vor der Stadtverwaltung zu unterstützen. PAULINE CLASSEN

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