Fußballer, Wirte, Geschäftsleute, die bessere Münchner Gesellschaft: Eigentlich hat Bodo Müller jeden in der Stadt gekannt – und umgekehrt hat jeder ihn gekannt. Das zeigt sich auch an den schockierten Reaktionen: Sein Tod lässt viele Münchner ratlos zurück.
Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, sagt: „Der FC Bayern verliert mit Bodo Müller einen treuen Fan und sehr guten Freund. Es war immer das Highlight zur Faschingszeit, wenn er mit seinen extra für unseren Verein kreierten Torten und Krapfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer Geschäftsstelle verwöhnte.“ Müller war über 40 Jahre lang Mitglied des FC Bayern und bis zu seiner schweren Krankheit auch regelmäßiger Gast bei Spielen im Olympiastadion und der Allianz Arena gewesen.
Auch die ehemalige Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl ist tieftraurig. „Bodo war eine legendäre Gestalt – so jemanden wie ihn habe ich noch nicht erlebt.“ Ihr bleiben nicht nur seine Torten in Erinnerung, sondern auch sein Christkindlmarkt-Standl in der Nähe des Ruffinihauses. „Dort habe ich ihn oft gesehen. Um ihn herum war immer wahnsinnig viel Lebensfreude. Und er war stets großzügig.“
Freude: Davon sprechen alle immer wieder, die Bodo Müller kannten. „Er hatte es nicht leicht, denn er war Waisenkind“, berichtet sein Freund Günther Grauer. „Aber er hat sich nicht unterkriegen lassen.“ Er lernte Bodo vor 25 Jahren kennen, sie waren Nachbarn und beide Faschingsprinzen. Heute ist Grauer Präsident der Narrhalla. „Mich fasziniert, dass er immer einen Witz gewusst hat“, sagt er. Denn: „Ich kann mir vorstellen, dass die Krankheit einen verzweifeln lässt.“
Aber Bodo kämpfte – und rollte bis zuletzt mit seinem Rollator durch die Stadt, am liebsten durch seine Nachbarschaft, den Viktualienmarkt. Schankkellner Blerim Berisha kennt Bäcker Bodo mit seinen lustigen Hüten. Als wir ihn gestern dort am Biergarten treffen, erinnert er sich noch gut an Bodo Müllers letzten Besuch bei ihm – das war erst am Mittwoch. „Er kam alle paar Tage vorbei und hat Witze gemacht. Ich habe viel geweint, als ich von seinem Tod erfahren habe.“ rmi