Die Sonne wärmt den hellen Marmor, die Kränze auf dem frischen Grab werden langsam welk, ab und zu gedämpfte Stimmen, ein neugieriger Blick. Und dann vor allem: Ruhe. Wir sind auf dem Ostfriedhof. Hier ist am Freitag Bodo Müller (†75) beerdigt worden: der Bäcker und Konditor der Münchner Promis. Vor gut einer Woche war er verstorben, nachdem er sich aus einem Fenster im fünften Stock eines Hauses in der Innenstadt gestürzt hatte (wir berichteten).
Die Beerdigung am Freitag zeigte, wie beliebt Bäcker Bodo war – unter den Trauergästen waren zum Beispiel Wirte-Legende Wiggerl Hagn und Ex-Fußballer Michael Ballack. Dem FC Bayern war Müller über Jahrzehnte nahegestanden, hatte so manche Torte für Meisterfeiern gebacken. Wie tief diese Verbundenheit war, merkte man auf Müllers letztem Weg, als bei der Trauerfeier die FC-Bayern-Hymne „Stern des Südens“ erklang.
Seinen Grabstein hatte Müller schon zu Lebzeiten selber ausgesucht und speziell gestalten lassen – mit einem Krapfen ganz oben. Für dieses süße Gebäck war Bodo immer berühmt, viele Münchner kannten ihn außerdem auch als Betreiber eines eigenen Wiesn-Zelts. In seinen letzten Jahren war Müller, dem Paradiesvogel aus der Innenstadt, das Leben zunehmend schwergefallen – er litt an einer Parkinson-Erkrankung.
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Normalerweise berichtet unsere Zeitung nicht über Selbstmorde. Ausnahme sind Fälle, die im besonderen Licht der Öffentlichkeit stattfinden. Wer Hilfe sucht (das gilt auch für Angehörige), für den steht die Telefonseelsorge rund um die Uhr zur Verfügung: 0800/111 01 11 oder 0800/111 02 22.