Totschlag im beschaulichen Untermenzing

von Redaktion

Polizei gelingt Durchbruch im Fall Halil Oguz (76): Polizei verhaftet 51-jährige Tatverdächtige

Diese Bluttat hat gleich zu Jahresbeginn den Münchner Westen geschockt: Anfang Januar wurde Halil Oguz tot in seiner Wohnung in Untermenzing gefunden. Sofort war der Polizei klar, dass der 76-Jährige gewaltsam ums Lebens gekommen ist. Ansonsten erwiesen sich die Ermittlungen für die Mordkommission als äußert schwierig. Immer wieder erneuerte das Präsidium seinen Zeugenaufruf. Am vergangenen Donnerstag gab es nun endlich den Durchbruch: Die Staatsanwaltschaft München I beantragte Haftbefehl wegen Totschlags gegen eine 51-jährige Türkin.

„Aktuell sitzt sie in Untersuchungshaft“, erklärt Oberstaatsanwältin Anne Leiding. Und fügt an, dass sich die Tatverdächtige aus Moosach bislang nicht zu den Vorwürfen äußert. Ihr Motiv: unbekannt. Fest steht laut Mathias Heidtmann, stellvertretender Leiter der Mordkommission: „Die 51-Jährige ist eindeutig Verursacherin tatrelevanter Spuren am Tatort.“ Heißt konkret: Die Ermittler haben weibliche DNA-Muster in der Wohnung und auf der Leiche des 76-Jährigen gefunden, die die Rechtsmedizin nun eindeutig der Moosacherin zuordnen konnte. Der Weg bis zu diesem Ermittlungserfolg erwies sich aber als lang. „Es war schwierig, diese Person zu finden“, erläutert Anne Leiding. Halil Oguz habe viele Menschen gekannt. Mit wem er wann Kontakt hatte, fanden die Ermittler auch mithilfe von Videobildern aus einem nahen Supermarkt in Untermenzing heraus. Auf den Aufnahmen war das Opfer kurz vor der Tat mit einem türkischen Paar aus seinem entfernten Bekanntenkreis zu sehen. Dieses kannte das Opfer wohl aus der Vergangenheit über den Vater der Ehefrau.

Zwei Wochen nach dem Tod des 76-Jährigen versuchte der Mann, Halil Ozgul anzurufen. So wurden die Ermittler auf die Familie aufmerksam. Als die Polizei die Frau dann um eine freiwillige DNA-Probe bat, verweigerte sie diese. Das machte die Türkin verdächtig. Am Donnerstag wurde der Speicheltest nach richterlichem Beschluss trotzdem gemacht. Das Ergebnis: ein Volltreffer!

Schon am Tag darauf wanderte die Reinigungskraft hinter Gitter. Sie soll den Rentner am Vormittag des 9. Januar mit mehreren Stichen umgebracht haben. Von der Tatwaffe fehlt aber Spur. Genauso wie von der Armbanduhr und dem Handy des Opfers – ein „bea-fon SL 630“.

NADJA HOFFMANN

Hinweise gesucht

Das Polizeipräsidium München ist nach wie vor an Zeugenhinweisen zu dem Fall interessiert. Wer am Tattag 9. Januar etwas in der Francestraße gesehen hat oder Infos zum Verbleib vom Handy und der Armbanduhr des Opfers hat: Telefon 089/29100

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