Die Christen sollen dem Vorbild Jesu folgen und sich an die Seite der Menschen stellen, die leiden und unterdrückt werden. Das sagte der Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, Christoph Klingan, bei seiner Predigt an Fronleichnam auf dem Marienplatz. Konkret hieße das, „in dieser Welt auch aufzustehen gegen Krieg und Gewalt“. Angesichts des russischen Angriffs gegen die Ukraine und der aktuellen Flutkatastrophe in der Region Cherson gebe es „immer noch mehr als genug Anlass“.
Rund 16 000 Menschen waren gestern zum Gottesdienst und zur anschließenden Fronleichnamsprozession gekommen – darunter auch der Apostolische Exarch der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche in Deutschland, Bischof Bohdan Dzyurakh. Ihm und allen Ukrainerinnen und Ukrainern gegenüber betonte der Generalvikar Verbundenheit „in Gedanken, im Gebet und in konkreter Hilfeleistung“.
Mit Blick auf innerkirchliche und gesellschaftliche Herausforderungen wies Klingan alle Katholikinnen und Katholiken darauf hin, dass ihnen nicht „Stillstand und Lethargie, sondern Bewegung und Aufbruch“ ins Stammbuch geschrieben seien. Solche Aufbrüche nehme er „allen Unkenrufen zum Trotz in unserer Kirche, in unserem Erzbistum auch immer wieder lebendig wahr“, erklärte der Generalvikar. Nachdem Kardinal Reinhard Marx wegen eines Armbruchs das Pontifikalamt nicht feiern konnte, hielt Klingan die Predigt des Gottesdienstes, dem Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg vorstand.
Die anschließende Prozession auf dem etwa zwei Kilometer langen Weg wurde von einem Jugendlichen mit Holzkreuz angeführt. mm