Der Brand, zu dem die Feuerwehr in der Nacht auf Freitag gerufen wurde, war nicht alltäglich. Das zeigt schon die Einsatzbeschreibung: „Wie eine überdimensionale Fackel ragte der brennende, zirka 30 Meter hohe Funkmast in den Nachthimmel.“ Aber auch mit dieser Situation kamen die Einsatzkräfte zurecht, die gegen 3.15 Uhr mit schwerem Gerät Am Lüßl anrücken mussten.
Wie der dortige Telekom-Funkmast in Brand geraten konnte, ist laut Polizeipräsidium noch unklar. Die Beamten gehen aber eher nicht von einem Zufall oder gar einem technischen Defekt aus. Denn das Kommissariat für politisch motivierte, linke Kriminalität hat die Ermittlungen übernommen. Zumindest vorerst. Präsidiumssprecher Werner Kraus geht davon aus, dass es sich auch in diesem Fall um ein staatsschutzrelevantes Delikt handelt, das zur Generalbundesanwaltschaft geht und die dortige Liste ergänzt.
Seit Jahren schon kommt es in der Landeshauptstadt zu großen Bränden, bei denen die Infrastruktur der Telekom und Baustellen zum Breitband-Ausbau zerstört werden. Der Schaden ist immer immens: Beim Funkmast in Waldtrudering dürfte er laut Polizei bei rund einer Million Euro liegen.
Zuletzt gab es einen ähnlichen Fall vor rund zwei Wochen in Harlaching: An der Bozzarisstraße brannten – ebenfalls von Donnerstag auf auf Freitag – 26 Kabeltrommeln ab (wir berichteten), zudem brannten auch Hecken und Zäune der Nachbarn: Am nächsten Morgen bot die Straße nurmehr ein Bild der Zerstörung.
Szenen, die an den Sommer 2022 in Sendling erinnerten: Damals fackelten Feuerteufel fünf Lastwagen auf einer ähnlichen Breitband-Baustelle ab. Um den Flammen beim jetzigen Funkmast-Brand Herr zu werden, musste die Feuerwehr auch einen Wasserwerfer einsetzen. Nach rund 30 Minuten war das Feuer gelöscht.