Schuhbeck hat Millionenschulden

von Redaktion

Insolvenzverwalter spricht über Verbindlichkeiten des Star-Kochs – „Prüfen, was verwertbar ist“

Es sind bittere Tage für Alfons Schuhbeck (74). In Kürze muss der Star-Koch seine Haft wegen Steuerhinterziehung antreten, jetzt ist er auch noch als Privatmann pleite. Und seine Finanzprobleme sind wesentlich größer als bisher bekannt.

Denn es sind nicht nur die Steuerschulden in Höhe von 1,2 Millionen Euro, die der Star-Koch nicht begleichen kann – ihn drücken zusätzlich auch millionenschwere Privatschulden, wie Insolvenzverwalter Rolf Pohlmann unserer Zeitung bestätigt. „Es gibt knapp 30 Gläubiger, die wir festgestellt haben“, sagt Pohlmann. Sie alle fordern ihr Geld von Alfons Schuhbeck zurück, der jetzt endgültig im Chaos zu versinken droht.

Sein bevorstehender Gefängnisaufenthalt dürfte für Schuhbeck schwer genug sein – er wartet auf die Ladung der Staatsanwaltschaft München I. Zusätzlich wurde am Dienstagvormittag um 11.45 Uhr ein Privatinsolvenzverfahren am Münchner Amtsgericht gegen ihn eröffnet (wir berichteten).

Doch nicht Schuhbeck selbst hat die Insolvenz angemeldet. „Den Fremdantrag hat das Finanzamt gestellt. Schuhbeck hat aktiv damit gar nichts zu tun“, stellt Pohlmann klar. Die Pleite des Star-Kochs hänge „mit den Steuervergehen zusammen, deretwegen er auch in Haft muss“. Zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilte das Landgericht Schuhbeck im Oktober. 1,2 Millionen Euro muss er an das Finanzamt zurückzahlen.

Allerdings: „Es ist ihm nicht gelungen, diese Schulden zu begleichen“, sagt Pohlmann. Bitter: Ihm zufolge resultiert der Großteil von Schuhbecks Schulden jedoch gar nicht aus dem Bereich Steuern – sondern sind zusätzliche Schulden aus Schuhbecks Privatleben. „Da kommt noch viel hinzu“, sagt der Insolvenzverwalter, der über die exakte Summe nicht sprechen darf. Aber klar ist: Es geht um Millionen Euro – die Schuhbeck vielleicht nie wird begleichen können.

Bereits seit Mitte Dezember hat Rolf Pohlmann alle Vermögenswerte bei Alfons Schuhbeck ermittelt. „Wir prüfen jetzt, was noch verwertbar ist.“ Das könnten „etwaig vorhandene liquide Mittel sein“, sagt er – etwa ein Bankguthaben oder Wertpapiere. „Und alles, was physisch sonst noch da ist.“ Wohnungsinventar oder Fahrzeuge. Das alles fließt in die Insolvenzmasse, die an die Gläubiger verteilt wird – um die Millionenschulden zumindest ansatzweise zu begleichen.

Insolvenzverfahren dauern in der Regel zwei bis drei Jahre. „Auto und Kontoguthaben hat man schnell eingezogen“, sagt Pohlmann. Langwierig werde es, wenn Ansprüche gegen weitere Personen bestehen. Etwa, wenn Schuhbeck noch Schmuck oder Immobilien eilig verschenkt hätte. „Dann müsste man das klageweise geltend machen.“

Was er „für einen bescheidenen Lebensunterhalt benötigt“, darf Schuhbeck behalten – das sichere ihm das Pfändungsschutzgesetz zu. Aber: „In der Haft braucht er ja vieles nicht mehr“, sagt Pohlmann. Sogar bis ins Gefängnis verfolgen Schuhbeck seine Schulden. „Wenn er dort arbeitet, wird auch das, was pfändbar ist, in die Insolvenzmasse gezogen.“

Rolf Pohlmann kennt den Namen Schuhbeck fast von Kindesbeinen an: „Er war für mich in München immer eine Instanz. Was ich jetzt aus dem Verfahren mitgenommen habe: Er ist einfach kein guter Kaufmann. Am Ende finde ich das tragisch, weil Herr Schuhbeck immer gearbeitet und große Erfolge vorzuweisen hat.“

Doch die sind längst dahin: Am Platzl besitzt Schuhbeck kein Restaurant mehr und ist nur Angestellter der Schuhbecks Company GmbH, die aus seinen Firmeninsolvenzen hervorging. Was sagt Schuhbeck selbst? „Ich möchte mich zu der Sache derzeit nicht äußern“, gibt er am Telefon zu verstehen. ANDREAS THIEME

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