Straßenschlägereien, bei denen es Tritte ins Gesicht gibt. Randale vorm Hugendubel. Und zwei Jugendliche auf einem Moped, von denen einer in die Luft ballert. Das sind Szenen, die das BR-Politikmagazin „Kontrovers“ aus der Messestadt Riem gezeigt hat. Im Viertel ist die Aufregung groß. Weniger wegen der Brisanz der Bilder – der Ärger zielt auf die Medien. Der Stadtteil werde einseitig und tendenziös dargestellt, hieß es im Bezirksausschuss. Der Vorwurf: Die schönen Seiten sowie die Angebote für Kinder und Jugendliche würden verschwiegen. Deshalb gibt es nun eine parteiübergreifende Stellungnahme. Die Messestädter seien „beunruhigt wegen eines Gewaltdeliktes im Sommer 2022 und wünschen sich mehr Unterstützung für ein respektvolles Miteinander“.
Dabei setzen sie auf das „Allparteiliche Konfliktmanagement“ (AKIM). Das war bereits 2018 vor Ort aktiv. Die Versuche, mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen, wurden 2019 recht abrupt eingestellt. Weil man die Situation am Platz der Menschenrechte deutlich entspannen konnte, so AKIM. Lang gehalten hat das offenbar nicht. Gemeinsam mit den sozialen Einrichtungen, der Verwaltung, Polizei und Bürgern will AKIM nun einen Aktionsplan entwerfen. Allerdings übernimmt AKIM dabei lediglich eine vernetzende und koordinierende Funktion. „Es gibt kein generelles Gewaltproblem im Stadtteil“, stellt AKIM-Chefin Brigitte Gans klar. Die starke Polizeipräsenz verdichte eher das Gefühl, in einem „abgehängten Viertel“ zu leben, in dem man als Jugendlicher keine Chance habe. Das bestärke die Jugendlichen, sich gegen Autoritäten wehren zu müssen. Die Berichte, wie genau es besser werden könnte, rückt AKIM allerdings nicht raus. Im Zuge des Aktionsplans seien über den Sommer weitere Aktionen geplant, heißt es in der BA-Stellungnahme. CARMEN ICK-DIETL