Stadtsparkasse: So viel kosten die neuen Konten

von Redaktion

Verbraucherschützer kritisiert neue Modelle und Gebühren – Freiwilliger Wechsel für Bestandskunden ab Oktober

Geld sparen bei der Stadtsparkasse München: Das wird mit den neuen und teureren Kontomodellen schwerer. Denn gestern ließ die Bank in einer Mitteilung die Bombe platzen: Demnach gibt es für Neukunden ab kommendem Montag geänderte Modelle für private Girokonten. Und die können ganz schön ins Geld gehen… Bestandskunden sind ab Oktober von den Änderungen und den neuen Gebühren betroffen – aber nur, falls sie wechseln wollen.

Die Stadtsparkasse spricht von einem „Baukastensystem“. Das beinhaltet das Basis-Konto „München Giro“. Die Grundgebühr liegt bei 2,95 Euro im Monat. Dazu kommen dann Kosten für einzelne Aktionen, zum Beispiel 1 Euro Gebühr für Überweisungen am Terminal. Zum Basis-Angebot kann man eines von drei Paketen namens „Kompakt“, „Extra“ oder „Premium“ dazubuchen. Bei den zwei günstigeren – „Kompakt“ und „Extra“ – kostet eine Überweisung am Terminal ebenfalls 1 Euro. Die Grundgebühr für Kompakt liegt bei 4,95 Euro, für Extra bei 9,95 Euro monatlich. Bei beiden ist jeweils nur eine begrenzte Anzahl an Buchungsposten inklusive (darunter fällt zum Beispiel jede einzelne Gutschrift, Lastschrift und Kartenzahlung), alles darüber hinaus kostet zusätzlich. Für eine Bargeldauszahlung am Automaten sind ab Montag im neuen Tarifmodell 0,35 Euro fällig – außer man wählt das Premium-Paket für den Grundpreis von 11,95 Euro monatlich. Dann sind alle Konto- und Bargeld-Sevices inklusive. Bisher kostet ein ähnliches All-inclusive-Konto 8,45 Euro im Monat, die einfache Basis-Variante gibt’s schon für 2,25 Euro.

In Zeiten hoher Inflation müssen die Münchner nun also auch noch mehr für Bankgeschäfte zahlen – das stößt vielen sauer auf. „Wie drastisch die Stadtsparkasse an der Preisschraube dreht, ist maximal verbraucherunfreundlich“, sagt Horst Biallo, Gründer des gleichnamigen Verbraucherportals. Beim Modell für 4,95 Euro im Monat sind etwa nur 20 Buchungsposten inklusive – die sind schnell erreicht, sagt Biallo. Die Stadtsparkasse begründet die Änderungen so: Kunden nutzen ihr Konto verschieden intensiv. „Innerhalb dieser Bandbreite gibt es verschiedene Varianten, die unsere drei neuen Kontomodelle abbilden werden“, sagt ein Sprecher der Bank.

Biallo kritisiert die Einführung von Gebühren für Leistungen, die selbstverständlich sein sollten. Er sagt: „Betroffenen rate ich dringend, die Bank zu wechseln!“ Es gebe „deutlich bessere Alternativen mit weltweit kostenloser Bargeldversorgung“. Bestandskunden können ab 1. Oktober zu den neuen Modellen wechseln – müssen es aber nicht, sagt der Sparkassen-Sprecher. Und für Kinder (bis 10), Jugendliche (bis 25) und Studierende (bis 25) gibt es nach wie vor kostenfreie Konten. REGINA MITTERMEIER

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