Als Moritz Haake (36) für sein neues Restaurant „St. Ribs“ eigene Messer kreierte, wollte er, dass sie höchste Qualität haben und ein Hingucker sind. Allerdings ahnte er da nicht, dass diese Schneidegeräte für seine Spareribs derart beliebt sind, dass die Gäste sie reihenweise mitgehen lassen. Seit der Eröffnung vor drei Wochen sind dort 21 Messer im Wert von je 50 Euro abhanden gekommen.
„Gäste eines Tisches habe ich sogar in flagranti erwischt“, erzählt er unserer Zeitung. Er ist überzeugt: „Das waren Gäste, die sich ein Andenken mitnehmen wollten.“ Seine Messer habe er extra in Solingen anfertigen lassen, mit durchgehender Klinge und Gravur. Auch wenn die Diebstähle ein Kompliment für die Messer sind – der Verlust macht mittlerweile einen Gesamtwert von über 1000 Euro aus. Und die Messer werden nun auch zeitweise knapp. „Ich habe schon neue bestellt. Aber die haben eine lange Lieferfrist.“
Um weitere Diebstähle zu verhindern, sollen seine Mitarbeiter nun verstärkt darauf achten, dass auch alle Messer mit den Tellern zurückgehen. Haake: „Und wir wollen einen Hinweis auf der Speisekarte anbringen, dass diese auch käuflich zu erwerben sind.“ Für ihn sind Diebstähle in der Gastronomie nichts Neues: „Als ich im ,Burger und Lobster‘ gearbeitet habe und der ,Moscow Mule‘ gerade angesagt war, sind in einem Jahr rund 1000 Kupferbecher weggekommen.“
Diebstahl in der Gastro: Wie schaut‘s im Biergarten und auf der Wiesn aus? Wir haben nachgefragt bei Löwenbräu-Wirtin Stephanie Spendler. „Früher, als Rucksäcke erlaubt waren, kam viel mehr weg“, sagt sie. 2018 wurden in ihrem Zelt noch rund 7000 Masskrüge geklaut, schätzt Spendler. Und auch im „Seehaus“ im Englischen Garten verschwinden öfter Krüge, bestätigt eine Sprecherin. Eine Zeit lang wurden schmucke Salzstreuer geklaut. Daher wurden sie durch schlichte ersetzt. nba, rmi