Zu seinen Markenzeichen gehören Rouge, Schaumstoffnase, weiße Schminke, sehr viele Luftballons und seine Ukulele. Als Entertainer ist Rudolfo der Clown über Bayern hinaus gefragt. Schon seit Jahrzehnten unterhält er Kinder wie Erwachsene auf vielfältigen Events. Nun stellt er sich einer neuen Aufgabe.
„Es war vor 39 Jahren, am 7. Juli 1984, da bin ich das letzte Mal in dieser Rolle durch die Münchner Altstadt gezogen. An dem Tag hatte es tennisballgroße Hagelkörner geregnet“, erzählt Rudolfo. Schon damals sei er auf der Suche nach einem Partner für die Straßenunterhaltung gewesen. Diese Form der Unterhaltung gehöre zu den Anspruchsvollsten. „Erwartungsneutrale Passanten begeistert man nicht so leicht, weshalb der Straßen-Clown die Königsklasse ist.“ Rudolfo ist in seinem Leben vielen Berufen nachgegangen: Kabarettist, Entwicklungshelfer, Heilpraktiker und inzwischen auch Paarberater. „Der Clown war dabei immer hilfreich und ich konnte gut davon Leben.“ Für McDonald’s habe er zum Beispiel in einem Jahr 60 Auftritte gegeben. Zu den schönsten Engagements gehörten aber Besuche bei Gloria von Thurn und Taxis oder Thomas Gottschalk. Es gab aber auch Auftritte, die nicht so gut verlaufen sind. „Einmal war ich als Weihnachtsmann in einem Weinkeller, es war heiß, die neue Perücke saß nicht gut und meine Stimme war heiser; da kommt man schnell an seine lustigen Grenzen.“
Die vergangenen 40 Jahre war Rudolfo auf Veranstaltungen allein unterwegs. „Jetzt habe ich einen Partner gefunden.“ Tom sei ein Glücksgriff. „Nur durch Zufall konnte ich sehen, was für ein klasse Unterhalter er ist. Das wusste er vermutlich selbst nicht.“ Mit ihm soll nun eine neue Ära anbrechen. „Das Okay von der Stadt haben wir schon mal.“
Ein festes Repertoire hat Rodolfo nicht. So sind ihm Effekte nicht so wichtig. Er zählt seine Stimme und die Geschichten zu den wichtigsten humoristischen Mitteln. Allerdings hat sich der Spaßmacher über die Jahre einige Zaubertricks angelernt, beherrscht das Jonglieren und ist virtuos im Umgang mit Luftballon-Figuren. Von denen, so erzählt er, hat er in 10 000 Events mittlerweile Unzählige geformt. Wie viel Schminke er aufgetragen hat, weiß er nicht. Das wichtigste Hilfsmittel sei sowieso Heiterkeit. Ans Aufhören denkt Rudolfo übrigens nicht, dafür macht ihm das Clowns-Dasein zu viel Spaß. PATRICK ERB