Fake-Shops sind „zu einer echten Internet-Plage geworden“, sagt Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (52, CSU). Sie ploppen mit angeblichen Schnäppchen im Internet auf „und verschwinden meist auch schnell wieder, sobald der Betrug aufgeflogen ist.“
Um Nutzer zu schützen und Täter zu stellen, hat Eisenreich gestern einen digitalen Detektor vorgestellt, der mit Wiener Sicherheitsexperten erstellt wurde und mit dem man die betrügerischen Angebote direkt erkennen kann. In Echtzeit scannt das Programm 21 000 Merkmale. Ist ein Shop verdächtig, erfolgt sofort eine Warnung an den potenziellen Käufer. Verfügbar ist der Dienst unter der neuen Internetadresse www.fakeshop.at. Für die Ermittlungen der Täter sei „möglichst frühzeitiger Zugriff auf Domains und Server entscheidend“, erklärt Eisenreich. Denn der Schaden für die Opfer ist immens – während die Tätern enorme Gewinne einfahren, weiß Wolfgang Gründler, Leiter der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZBC). Zuletzt gab es dort einen Fall mit 1600 Geschädigten, die um rund 500 000 Euro betrogen wurden. Seit der Gründung 2015 haben die Spezial-Ermittler bereits 65 000 Verfahren eingeleitet.
Auch mit Unterstützung der Verbraucherzentrale Bayern können Internetnutzer unter der Adresse www.fakeshopfinder.de mögliche Betrüger erkennen. Laut Vorständin Marion Zinkler werden so pro Monat 2300 Fake-Shops erkannt. Diese seien „seit Jahren ein Riesenproblem“, aber teilweise auch gut zu erkennen. Auffällig günstige Preise, falsche Gütesiegel oder ein fehlerhaftes Impressum können Hinweise sein – vor allem aber, wenn man nur per Vorkasse zahlen kann. thi