Knapp 20 Jahre nach dem Neubau erhält der Plenarsaal des Bayerischen Landtags derzeit ein umfassendes technisches Update. Die Kosten sollen bei rund 2,5 Millionen Euro liegen. „Alles ist im Zeitplan“, sagte ein Sprecher des Landtags am Donnerstag. Derzeit laufe alles wie geplant. Tatsächlich nämlich ist der Zeitplan eng, es bleiben nur noch rund zwei Monate: Bis zur konstituierenden Sitzung des neuen Landtags Ende Oktober müssen die ersten umfangreichen Optimierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Plenarsaal seit dem Bau vor 20 Jahren komplett fertig sein.
Neben einer im Tisch verbauten digitalen Abstimmungsanlage sollen künftig alle Plätze im Plenarsaal auch über die gleiche Medien- und Platzausstattung verfügen, hieß es weiter. Hierzu würden sogenannte Medienleisten mit integriertem Mikrofon und Ansteckmöglichkeiten in allen Tischen eingelassen. Zudem sollen die Lüftungskanäle im Saal angepasst und die Akustik verbessert werden.
Für diese Maßnahmen sei es nötig, den Doppelboden und die Rückwand unter der Besuchertribüne zu entfernen und jeden Tisch neu zu verkabeln. Parallel dazu werde die Beleuchtung in der Glaszwischendecke auf energiesparende LED-Technik umgestellt.
Nach der Landtagswahl am 8. Oktober und dem Feststehen des endgültigen Wahlergebnisses sollen die Arbeitsplätze der Abgeordneten entsprechend neu angeordnet und wieder eingebaut werden. Vom Ausgang der Wahl hängt ab, wie viele Abgeordnete im Landtag vertreten sein werden. Bis dahin dienten der benachbarte Lesesaal und Senatssaal als Schreinerwerkstatt, Lager und Medienwerkstatt.
Der jetzige Plenarsaal war in den Jahren 2004 und 2005 neu gestaltet worden. Nach 15 Monaten intensiver Bauzeit war damals ein völlig neuer und mit – zur damaligen Zeit – moderner EDV- und Medientechnik ausgestatteter Plenarsaal entstanden. Der alte Plenarsaal aus dem Jahr 1949 hatte in Größe und Ausstattung nicht mehr den Anforderungen an ein modernes Arbeitsparlament entsprochen. dpa