Sie nagt an ihren Ufern, schwappt rechts und links, bahnt sich neue Wege, wirbelt auf, gräbt sich ein. Was der Isar im Weg ist – Steine, Pflanzen, Zweige, Äste – nimmt sie mit oder häuft sie mit Sand und Kies wieder auf. Ufer werden so geformt. Auch Inseln wachsen auf diese Weise empor. Und weil ab heute das Isarinselfest steigt, haben wir uns diese Inseln einmal näher angesehen.
Sie alle haben ihren eigenen Charakter. Auf einigen gedeihen seltene Pflanzen, Tiere siedeln sich an oder Menschen nutzen sie zur Freizeitgestaltung. Wie am Flaucher, der „seit Jahrhunderten durch eine stetige Dynamik von sich immer wieder wandelnden Inseln und kleinen Kiesbänken geprägt ist“, wie Jonas Hürten vom Wasserwirtschaftsamt sagt. Mitte des 19. Jahrhunderts begann ein systematischer Ausbau des Flusses, die Ufer wurden befestigt und das Wasser gebändigt. In den 1980er-Jahren dann die große Kehrtwende – die Renaturierung der Isar. Der Fluss wurde naturnah umgestaltet, die Hochwassersicherheit für die Stadt verbessert – und ganz nebenbei entstand am Flaucher ein herrlicher Naherholungsort.
Derweil ist die künstlich angelegte Weideninsel im Innenstadtbereich – namensgebend sind die acht alten Weiden auf der Insel in der Au zwischen Reichenbach- und Wittelsbacherbrücke – ein wahres Refugium für Tiere und Pflanzen: Die Deutsche Tamariske, eine seltene, isartypische Pionierpflanze, wurde dort wieder angesiedelt. Flache Kiesufer laden aber auch Menschen zum Sonnenbaden und Verweilen ein.
Besonders dominant und nicht nur bei schönem Wetter gut besucht: die Museumsinsel. Auf einer Länge von 863 Metern tummeln sich die Menschenmassen im weltgrößten Museum für Technik und Naturwissenschaft.
Etwas flussabwärts: die Praterinsel. Auch hier ist ein Museum daheim, das Alpine Museum, das allerdings noch bis Frühjahr 2024 renoviert wird. Ursprünglich legten die Franziskaner-Mönche das zauberhafte Areal als Erholungs- und Nutzgarten an. Die erste dokumentierte Bebauung fand 1810 statt – natürlich handelte es sich um eine Wirtschaft.
An der Nordspitze der kleinen Oase liegt versteckt und recht wenig frequentiert die Schwindinsel, benannt nach dem Maler Moritz von Schwind (1804–1871). Von hier genießt man den herrlichen Blick aufs Maximilianeum.
Und die Zukunft der Inseln? Bereiche für die Gastronomie, Veranstaltungen, Wegeverbindungen mit Treppen, Stegen, aber insbesondere der Schutz des Naturraums spielen eine wichtige Rolle, sagt Philipp Königer vom Referat für Stadt- und Grünplanung.