Sitz, Platz, Platsch! In hohem Bogen fliegen Bälle ins Becken, rote, grüne, weiße. Hunde hechten hinterher, tauchen ein, planschen los. Andere hängen sich an ihre Pfoten, schwimmen nach, wollen schneller am Ball sein. Ihre Herrchen und Frauchen feuern sie lauthals vom Beckenrand aus an: „Los, los, auf geht’s!“ Am Ende werden manche von ihnen selbst nass, weil sich ihre Vierbeiner direkt neben ihnen das Wasser aus dem Fell schütteln.
Im Ungererbad ist der reguläre Betrieb zwar seit dieser Woche vorbei, dafür durften gestern Vierbeiner ins Wasser, sogar vom Beckenrand springen war erlaubt. Es war die sechste Auflage des Münchner Hundebadetags. Genauer gesagt sind es dieses Jahr erstmals gleich vier Tage: aufgeteilt auf das Ungererbad (noch heute von 10 bis 18 Uhr für Hunde geöffnet) und das Dantebad (15. und 16. September, jeweils von 10 bis 18 Uhr). Der Eintritt pro Hund kostet fünf Euro – die Besitzer selbst zahlen nicht extra.
Alexandra Gaßmann (64) ist gleich mit ihren zwei Hündinnen gekommen: dem Labrador Ohana (3) und dem Golden Retriever Maikai (1): „Wenn sie das Wasser sehen, gibt es kein Halten mehr“, sagt das Frauchen. Sie liebten das Wasser einfach. „Die Hunde haben so einen Spaß!“ Es gebe im Sommer in München jedoch kaum Orte, wo Hunde baden könnten – nur an Flüssen und Bächen, aber die Strömung dort sei nicht ideal, teils gefährlich. Deshalb habe sie sich schon länger mehr als einen Hundebadetag gewünscht.
Für die Bäder selbst bedeutet das keinen großen Mehraufwand: „Wir haben in dem Hundebecken einfach das Chlor abgedreht und die Rinnen am Rand abgedeckt, damit sich Hunde nicht darin verheddern“, sagt Bademeister Richard Meinl (24). Die anderen Becken wurden mit einem Band abgeriegelt. Manche Vierbeiner verirren sich dennoch immer wieder in den abgesperrten Bereich, Meinl muss sie dann zurückholen. Dennoch findet er: „Hunde sind die angenehmeren Badegäste.“ Sie machten einfach weniger Ärger als Menschen.