Für den geplanten Umbau des Valentin-Musäums gibt es nun einen Zeitplan. Laut einer Vorlage der Stadtverwaltung soll die Einrichtung von Mitte 2024 bis Ende 2025 schließen. Während dieser Zeit wäre ein Interimsbetrieb im Innenhof des Isartors denkbar. Die Wiedereröffnung des Musäums ist für Anfang 2026 vorgesehen.
Ob es so kommen wird, steht aber in den Sternen. Denn die Rathaus-Mehrheit aus Grünen und SPD will die Behandlung des Themas in der Kulturausschuss-Sitzung des Stadtrats am Donnerstag vertagen. Grund: Mit dem avisierten Umbau wären zwar die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen umgesetzt, jedoch nicht die Barrierefreiheit. Und die Koalition will beide Probleme gelöst wissen. Grüne und SPD hatten dazu in der Vorwoche einen Antrag gestellt, zu prüfen, ob der Bau eines Treppen- und Aufzugturms an der Außenfassade des Isartor-Südturms umsetzbar ist. In der Kürze der Zeit konnte die Verwaltung dazu allerdings nicht Stellung beziehen.
In der aktuellen Vorlage heißt es immerhin, die vorgesehene, „dringend erforderliche“ Brandschutzsanierung schließe künftige Ausbauten nicht aus. Die gewünschte museale Erweiterung sowie die Zugänglichkeit für Menschen mit körperlicher Behinderung würde bei dieser Lösung jedoch nicht erfolgen. Die Kosten für die Durchführung der Maßnahme, den Interimsbetrieb, die Neukonzeption und Wiedereinrichtung des Musäums beziffert das Kulturreferat dennoch auf insgesamt 5,35 Millionen Euro. Geplant ist zum Beispiel eine kleine Öffnung mit Leiter im Südturm zwischen ersten und zweitem Obergeschoss, um den notwendigen zweiten Rettungsweg zu schaffen. Ferner sollen neue Brandmelder installiert und die Treppenräume durch verglaste Elemente mit automatisch schließenden Brandschutztüren von den Ausstellungsräumen abgetrennt werden.
Die Verwaltung macht zudem deutlich, dass das von dem Architekturbüro Allmann Sattler Wappner ausgearbeitete Konzept (wir berichteten), mit dem Brandschutz, Barrierefreiheit und eine Erweiterung der Museumsflächen vereint hätten werden können, baurechtlich und denkmalpflegerisch nicht umsetzbar ist. Begründung der Lokalbaukommission: Sowohl die architektonische als auch städtebauliche Wirkung würden gravierend beeinträchtigt und die historische Identität und Authentizität des Isartors im Wesen zerstört werden.
Die schwierige Suche nach einem Kompromiss, um das 1959 gegründete Museum im Isartor erhalten zu können, geht also weiter. Das Valentin-Karlstadt-Musäum zählt zu den beliebtesten Museen in der Stadt und hat pro Jahr 50 000 bis 60 000 Besucher. Nach mehr als 60 Jahren Betriebszeit sind jedoch auch ein Großteil der elektrischen Anlagen und die Heizungstechnik am Ende des Lebenszyklus angekommen. Fazit der Verwaltung: „Das Valentin-Karlstadt-Musäum soll im Isartor verbleiben und es ist alles zu unternehmen, dass es nicht geschlossen werden muss.“ KLAUS VICK