Die Tram zum China-Turm – so geht’s weiter

von Redaktion

Nordtangente: Die MVG stellt neue Pläne für das 160-Millionen-Euro-Projekt vor

Die Pläne für die Münchner Garten-Tram werden konkreter. Jetzt hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) neue Visualisierungen für den Abschnitt Elisabethplatz-Tivolistraße erstellt. Ende 2025 soll der Bau der neuen Tram-Nordtangente starten.

Das Projekt ist in drei Abschnitte unterteilt – und wie MVG-Sprecher Maximilian Kaltner auf Anfrage unserer Zeitung erklärt, wurde die Planung für den ersten Abschnitt nun deutlich verbessert. Dieser reicht vom Elisa-bethplatz über die Kreuzung Franz-Joseph- und Leopold- bis zur Tivolistraße. Die Neuerungen wurden am Dienstag bei einem Info-Abend der MVG im Oskar-von-Miller-Gymnasium vorgestellt.

Wichtigste Änderung: Am Elisabethplatz werden nun doch keine neuen Haltestellen gebaut. Stattdessen sollen die Bahnen bereits bestehende Haltestellen anfahren. Das spart Kosten. Dringend nötig, denn die sollen nach aktuellem Stand bei 160 Millionen Euro liegen.

Abschnitt zwei soll auf 600 Metern Länge auf der Leopoldstraße, Giselastraße, Münchner Freiheit und Ungererstraße verbinden. Abschnitt drei bezeichnet den Abzweig von der Cosimastraße Richtung Osten über die Johanneskirchner Straße bis zum S-8-Bahnhof Johanneskirchen. Die Gleisbauarbeiten sollen noch im Jahr 2025 erfolgen, Vorarbeiten (wie Fällungen) wurden nach Anwohner-Protesten zunächst ausgesetzt (wir berichteten).

Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher freut sich über die Neuplanung. „Weil damit die Engstelle für den Fuß- und Radverkehr vor der Schauburg entfällt.“ Er sieht in der Tram-Nordtangente einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrswende. CSU-Stadtrat Thomas Schmid dagegen kritisiert das „stümperhafte Vorgehen“ der Stadt bei dem Projekt. Zudem nehme die MVG die Sorgen der Bürger nicht ernst, sagt der Politiker.

Der Abschnitt zwischen Elisabethplatz und Tivolistraße ist 2,2 Kilometer lang. Bei der 800 Meter langen Querung durch den Englischen Garten ersetzt die Tram den Busverkehr. Dafür wird entweder die Straße um Tramgleise ergänzt oder eine Rasengleis-Variante realisiert – darüber muss der Stadtrat noch entscheiden. Umweltschützer kritisieren die Garten-Tram, weil sie fürchten, damit würden der Charakter und die Begehbarkeit des Parks zerstört.

REGINA MITTERMEIER

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