Eine halbe Stunde zuckelte die Christkindl-Tram traditionell vom Sendlinger Tor durch die Altstadt. Mit Glühwein, Punsch und Lebkuchen an Bord. Doch heuer gibt es die Sonderfahrt wie bereits 2022 nicht. Personalmangel, teilt die Münchner Verkehrsgesellschaft mit. „So schwer es auch uns fällt, auf die Christkindl-Tram zu verzichten, so hat doch im Interesse unserer Fahrgäste der fahrplanmäßige Linienverkehr absoluten Vorrang“, heißt es. „Es wäre niemandem vermittelbar, wenn es durch die Christkindl-Tram zu weiteren Ausfällen im Linienbetrieb käme.“
Ob der Nikolaus oder der Weihnachtsmann heuer auch ausfallen? Zumindest bei der Personal-/Studentenvermittlung Jobcafé in Schwabing werden für Privatpersonen keine Nikoläuse mehr besorgt. „Es kommen leider keine jungen Kandidaten mehr nach“, erklärt Geschäftsführer Jens Wittenberger. „Und viele ältere Herren, die den Job mit Herzblut gemacht haben, haben aufgehört.“
Noch vor zehn Jahren seien sechs bis sieben Darsteller als Nikoläuse im Stadtgebiet im Einsatz für die Jobvermittlung mit ihren 10 000 Kunden gewesen (www.jobcafe.de). „Wir haben komplette Routen organisiert“, ergänzt Sprecher Sebastian Moser. Die Nachfrage habe bereits vor Corona nachgelassen, in der Pandemie waren keine Nikolaus-Besuche möglich. Darum beschloss das Jobcafé vor zwei Wochen, den Nikolaus-Service gänzlich einzustellen. Chef Jens Wittenberger: „Jetzt haben wir nur noch einen Darsteller, der eine große Firma in München, einen Stammkunden, als Nikolaus besucht.“
Wer noch einen Weihnachtsmann sucht: Bei der Münchner Agentur für Arbeit werden zwar keine Studenten mehr als Nikoläuse vermittelt, dafür professionelle Künstler. Infos bei der Künstlervermittlung: zav.arbeitsagentur.de.
Komplett geschlossen ist dagegen die Christkindl-Post im Rathaus-Durchgang. Kein Personal, heißt es bei der Stadt. Die Post habe das Projekt in der Corona-Pandemie eingestellt und nicht mehr aufgenommen. Einzig der Briefkasten bleibt erhalten, für Sendungen mit dem Sonderstempel vom Christkindlmarkt.
Staader ist’s leider auch in der Gastronomie geworden: Jetzt, wo viele Firmen Weihnachtsfeiern planen, müssen Wirte zum Teil absagen, berichtet Angela Inselkammer, Präsidentin des Hotel- und Gaststättenverbands in Bayern. „Wir sind alle beschränkt in der Annahme von Veranstaltungen.“
Andreas Micksch kennt das Problem ebenfalls. Er organisiert den Haidhauser Weihnachtsmarkt, der heuer am 28. November startet. „Wir hören aus der Schaustellerschaft, dass die Personalsuche schwierig ist.“