Werkeln für Weihnachten

von Redaktion

Bastelbude für kleine Engerl

VON DANIELA POHL

In der Himmelswerkstatt herrscht Hochbetrieb. Mehr als 20 Engerl flirren zwischen Wattewolken und Sternenstaub durch die festlich geschmückte Ratstrinkstube. Bald ist Weihnachten – und noch längst sind nicht alle Geschenke fertig. „Bei uns ist es ziemlich anstrengend, weil wir so viele sind“, ruft Engerl Eva und huscht zum Kerzenziehen. Die Zweitklässler von der Grundschule an der Dachauer Straße durften gestern das Weihnachtsbasteln im Rathaus eröffnen. Bis 17. Dezember wird im Herzen der Stadt zweimal täglich geklebt, gestempelt und gemalt.

Seit fast 30 Jahren lädt das Kindermuseum München im Auftrag des Referats für Arbeit und Wirtschaft Kinder ab sechs Jahren zum vorweihnachtlichen Werken im Advent. Die Kinder können sich unter professioneller Anleitung an täglich wechselnden Mitmachstationen kreativ ausprobieren und neue Techniken erlernen – vom Kerzenziehen bis zum Steinevergolden. Und auch eine süße Versuchung gibt‘‘s: die Schokoladenwerkstatt! Ob die Schokocrossies der Engerl dann tatsächlich als Geschenk unterm Weihnachtsbaum landen – die Grundschüler waren sich nicht ganz sicher. So ein Bastelmarathon macht schließlich hungrig…

Afra, Lea und Chiara versuchen sich am Prickeln – sie stechen weihnachtliche Motive mit einer Nadel aus. Afra hat einen knuffigen Eisbären gestanzt. „Es ist ganz einfach“, sagt die Siebenjährige. Danach wird das Papier zu einer Banderole zusammengeheftet und ein Teelicht in die Mitte gestellt. Ganz einfach. Einfach zauberhaft!

Eva und Filipa bemalen derweil an einer anderen Station Papiertüten mit Sternen und Schneemännern. „Das ist praktisch, weil man da die anderen Basteleien reintun kann. Vielleicht nehme ich die Tüte aber auch als Geschenkverpackung“, überlegt Filipa. Alexandra hat indes schon genaue Pläne. „Ich färbe Kerzen. Man muss aufpassen, dass man sie nicht zu weit ins heiße Wachs eintaucht“, sagt sie. Vier Kerzen will sie gestalten – für ihre Schwester, Mama, Papa und für sich selbst.

Was in der Himmelswerkstatt passiert, ist streng geheim, Eltern haben hier keinen Zutritt. Auch das macht den Reiz der himmlischen Aktion aus. „Die Kinder bekommen den Zauber von Weihnachten mit, das heimliche Vorbereiten, das Verstecken der Geschenke vor den Eltern – die Himmelswerkstatt ist der Zauber von Weihnachten“, sagt Tanja Kesselstatt vom Kindermuseum.

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