Unser friedliches Fest

von Redaktion

Wie Flüchtlingskinder Weihnachten feiern

Weihnachten ist das Fest der Liebe und der Familie – doch wie geht das, wenn man die Heimat verlassen musste? Gefeiert wird trotzdem, so auch in einer Flüchtlingsunterkunft in München, mit Menschen verschiedenster Religionen. Ein friedliches Fest – vor allem für die Kinder.

Sie haben die Hölle des Krieges in Mariupol in der Ukraine erlebt, Konflikte in Somalia oder die Flucht aus Afghanistan. Nun haben sie Zuflucht gefunden, am östlichen Stadtrand Münchens. Rund 170 Menschen leben dort in der städtischen Unterkunft, darunter vor allem Familien. Mit fröhlichen Farbakzenten und dem Garten ringsum wirkt das Gebäude einladend und freundlich. An diesem Nachmittag herrscht aber Aufregung. Kinder jeden Alters laufen durch die Gänge und können es kaum abwarten, bis sich die Tür zu einem der Aufenthaltsräume öffnet. Ein Blick durch den Glaseinsatz der Tür verrät, worum es geht: Auf Tischen locken Lebkuchen, Chips und Gummibärchen. Und unter einem geschmückten Weihnachtsbaum liegen haufenweise bunt verpackte Geschenke.

Es ist der Tag der Weihnachtsfeier, auch wenn viele Bewohnerinnen und Bewohner eigentlich keinen Bezug zu diesem christlichen Fest haben. Unterkunftsleiter Andreas Schima findet es dennoch wichtig, gemeinsam zu feiern. „Wir wollen dadurch die verschiedenen Kulturen zusammenbringen und das Wir-Gefühl stärken.“

Ein Plan, der aufgeht. Kinder aus verschiedensten Teilen der Welt belagern die Tür, stürmen dann in den Raum. Auch Nilab (8) bekommt ein Päckchen. Der Inhalt: eine Winterjacke. Glücklich hält das afghanische Mädchen ihr weiches Paket im Arm. „Die Jacke kann ich morgen in die Schule anziehen“, freut sie sich. Ihre Freundin ist glücklich über ein Spiel-Mikrofon. Und kurz ist alles Schlechte vergessen…  dpa

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