Mit Bayerns höchster Glühweinpyramide und seiner Eislaufbahn ist der Christkindlmarkt am Luise-Kiesselbach-Platz Kult. Im Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark sorgt die Veranstaltung derzeit aber nicht für romantische Weihnachtsidylle. Schon vor der Eröffnung des Marktes Ende November gab es Streit über Größe und Dauer des Marktes – jetzt treibt ein Dringlichkeitsantrag der Linken erneut einen Keil durch das Stadtteilgremium. Laut Antragsteller Erich Utz tönte die Musik der Eislaufbahn an mehreren Wochenenden „so unerträglich laut“, dass sie sogar „in der 500 Meter entfernten Staltacher Straße deutlich zu laut“ war. Der Linken-Politiker fordert unter anderem unangekündigte Lautstärkemessungen. Die Grünen werfen dem Veranstalter, dem Maibaumverein Sendling-Westpark, vor, gegen Lärmschutzauflagen zu verstoßen. Dazu kommt der Vorwurf an Otto Seidl (CSU), Vorsitzender des Maibaumvereins und zugleich Vorstandsmitglied im BA, am Bürgergremium vorbei agiert zu haben. Hintergrund: Ende November stimmte der BA gegen eine Verlängerung des Christkindlmarkts in Form eines „Winterdorfs“ bis zum 7. Januar – die dann aber doch genehmigt wurde. Seidl gab nun an, deswegen direkt mit OB Dieter Reiter telefoniert zu haben. Die Grünen sprechen von „Undurchsichtigkeit“ und „Versäumnissen im demokratischen Prozess“. Der Maibaumverein sieht sich nun nicht nur mit dem Dringlichkeitsantrag der Linken, sondern auch mit einem Fragenkatalog der Grünen unter anderem zur Genehmigung für das Winterdorf konfrontiert. dn