Das Feinkost-Finale vor dem Fest

von Redaktion

VON REGINA MITTERMEIER

Mit beiden Armen umklammert Vero Grübl die drei gestapelten Packerl. Anders geht’s einfach nicht. Sie fallen sonst runter, wenn sie ihren Kolleginnen beim Slalom durchs enge Versandbüro ausweicht. Bestellungen stapeln sich neben Kartons mit Versandmaterial. Jetzt, ganz kurz vor Weihnachten, herrscht Ausnahmezustand im Stammhaus von Käfer Feinkost an der Prinzregentenstraße.

„Jeder arbeitet wie eine Maschine“, sagt Vero und lacht. Normalerweise ist die Marketing-Chefin an anderer Stelle beschäftigt. Aber aktuell helfen alle zusammen – damit die Bestellungen auch pünktlich zum Fest ankommen.

Unsere Zeitung trifft Vero in der wohl stressigsten Phase im Jahr – zum Feinkost-Finale vor dem Fest. Denn viele Münchnerinnen und Münchner suchen noch nach Leckereien für ihre Lieben. Sie wuseln wenige Meter vom Versandbüro entfernt durch die Gänge und studieren das Weinregal und die Fleischtheke.

Ein Herr mit schwarzer Jacke und grünem Schal wartet beim Fisch. Walter will Lachs. „Den gibt’s nur an Weihnachten“, erzählt Walter Bedacht (80). Der Münchner macht wie immer ein kaltes Buffet für vier Erwachsene und seine zwei Enkel.

Fabian Larusso (30) berät ihn beim Lachs. Er leitet die Fischabteilung. 600 Kilo Fisch wurden drei Tage vor dem Fest geliefert, tags drauf noch mal 200, sagt er. Lachs ist gefragt, genau wie Wolfsbarsch oder Seezunge. Und: Im Dezember geht beim Käfer Kaviar im dreistelligen Kilobereich über die Theke, erzählt Larusso.

Ja, einige lassen es sich gut gehen. Weihnachten ist halt nur einmal im Jahr. Mario Stock geht mit wachem Blick durch den Laden. Von staader Zeit kann keine Rede sein. Der Stammhaus-Chef schaut ganz genau, dass alles läuft. Er ist zufrieden mit dem Adventsgeschäft und merkt: Die Menschen wollen gut essen – aber nicht selber lange kochen.

Sein Team liefert dieses Wochenende 450 Enten aus samt Knödel und Blaukraut. Die Ente muss nur noch wenige Minuten in den Ofen. Das Rundum-Sorglos-Paket ist beliebt, sagt er, genau wie die fertigen Fondue-Soßen. Stock greift aus der Theke einige Sorten. Dazu braucht man nur noch Brot und Fleisch – fertig.

Aber zurück zur Fischtheke, wo Walter Bedacht seinen Lachs einpackt. Wieder kann er etwas von seiner Liste abhaken.„Heute ist Großkampftag“, erzählt er. „Später kaufe ich beim Metzger noch Roastbeef und Tatar.“ Fertiges liefern lassen kommt für ihn nicht infrage. Im Gegenteil, auch Orangen holt er noch selbst. „Ich mache nämlich selber Punsch.“ Die aromatische Schale in dem Getränk macht sein Fest perfekt.

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