Goldene Funken erleuchten die Nacht über der Frauenkirche, bunte Sternenschweife zischen über den Himmel: München begrüßt das neue Jahr mit einem schimmernden Feuerwerk! Die meisten Silvester-Partys verliefen friedlich. Dennoch hatte die Polizei mit 540 Einsätzen zwischen 19 und 7 Uhr einiges zu tun, meist wegen Ruhestörung, Körperverletzung und Bränden. Die gute Nachricht dabei: Die Einsatzkräfte mussten seltener ausrücken als im Vorjahr – da waren es noch 702 Einsätze. Die Böller-Bilanz.
Über 10 000 Menschen feierten in der Fußgängerzone und am Marienplatz, meist friedlich. Raketen abschießen war hier von 21 bis 2 Uhr verboten – allerdings hielten sich nicht alle dran. Die Polizei musste zahlreiche Feuerwerkskörper sicherstellen. Am Friedensengel, dem Europaplatz und in den nahen Grünanlagen feierten etwa 4000 Münchner.
Feuerwehr und Rettungsdienst rückten ebenfalls immer wieder aus: Zwischen 12 bis 7 Uhr wurden bei der Feuerwehr 209 Einsätze registriert (Vorjahr 204). Davon waren 183 Brände (Vorjahr 192) und 26 Technische Hilfeleistungen (Vorjahr 12). Der Rettungsdienst rückte 426 Mal aus (Vorjahr 459).
Bereits am Nachmittag verursachten Feuerwerkskörper die ersten kleineren Brände. Überwiegend loderten die Flammen an Mülltonnen oder Containern. Den ersten größeren Feuerwehreinsatz über zwei Stunden gab es am Oskar-Maria-Graf-Ring in Neuperlach gegen 18.30 Uhr. Eine Silvesterrakete entfachte in einem Hochhaus einen massiven Balkonbrand. Durch die Hitze platzte sogar die Fensterscheibe. Die Mieterin (63) versuchte, das Feuer selbst zu löschen. Dabei verletzte sie sich an den Händen und zog sich eine Rauchgasvergiftung zu. Der Rettungsdienst brachte die 63-Jährige ins Krankenhaus. Die Feuerwehr löschte den Brand und konnte ein Übergreifen der Flammen auf die Wohnung und den darüberliegenden Balkon gerade noch verhindern.
Nur fünf Minuten nach Mitternacht brannte auch in Aubing ein Balkon auf dem Ravensburger Ring. Auch hier konnte die Feuerwehr löschen, verletzt wurde niemand, der Schaden beträgt allerdings mehrere zehntausend Euro.
Hoher Sachschaden entstand an der Hübnerstraße (Neuhausen-Nymphenburg). Hier brannte ein Schuppen. Zehn Mülltonnen und 20 Räder wurden dabei demoliert. Der Sachschaden liegt im oberen fünfstelligen Bereich. Der Schuppen ist einsturzgefährdet, die Polizei ermittelt. In Dachau brannte sogar ein Polizeiauto. Verdacht: vorsätzliche Brandstiftung. Unbekannte hatten eine Feuerwerksbatterie unter dem Wagen platziert. Die Polizisten löschten dann mit einem Feuerlöscher.