Antisemitische Parole auf U-Bahn geschmiert

von Redaktion

VON MARTINA WILLIAMS

Signalstörung, Schaden an der Oberleitung oder auch ein Notarzteinsatz – das sind meist die Gründe, wenn’s auf den Schienen zu Verspätungen kommt. Bei der U5 dagegen hieß es gestern auf den Anzeigetafeln in den Bahnhöfen: „Verspätungen wegen Vandalismus“.

Der U-Bahnfahrer einer U5 hatte gegen 8 Uhr innen in einem Waggon eine beschmierte Tür entdeckt. Ein bislang unbekannter Täter hatte eine politische Hassbotschaft gegen Israel („F… Israel“) draufgeschrieben und war geflüchtet. Der Fahrer brachte seine U-Bahn zur Betriebsanlage hinter dem Bahnhof Neuperlach Süd. Die Polizei wurde alarmiert und ermittelt nun zusammen mit der Staatsanwaltschaft – wobei unter anderem auch Videos der Überwachungskameras ausgewertet werden. Nach der Begutachtung durch die Polizei wurde die U-Bahn gestern gereinigt und wieder eingesetzt, hieß es bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG).

Im Bereich der MVG gab es zuletzt 50 bis 60 große Außengraffiti pro Jahr. Insgesamt wurden mehrere hundert Fälle von Vandalismus registriert, etwa aufgeschlitzte Sitze oder eingeschlagene Scheiben. Um diese Schäden zu beseitigen, muss die MVG pro Jahr etwa zwei Millionen Euro aufwenden.

Auch die S-Bahn ist immer wieder Ziel von Vandalismus. Von Januar bis November 2023 hat die Bundespolizei bei der S-Bahn, Zügen der Deutschen Bahn und den Bahnhöfen in München sowie angrenzenden Landkreisen rund 1100 Sachbeschädigungen aufgenommen. 850 davon waren illegale Graffiti.

Bundesweit hat die Bahn 2022 mehr als 35 000 Fälle von Vandalismus registriert, bei 24 000 davon handelt es sich um Graffiti. Der finanzielle Schaden durch Schmierereien hat 2022 gut 12,1 Millionen Euro betragen. Die Sicherheitskräfte der Bahn können jährlich mehr als 3200 Schmierer auf frischer Tat ertappen, die der Bundespolizei übergeben werden.

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