Alles wird immer noch teurer – laut Statistischem Bundesamt stieg die Inflation im vergangenen Jahr im Schnitt um fast sechs Prozent. Und gestreikt wird noch dazu, so scheint es zumindest, auch immer mehr…
Als ausgesprochener Trost gilt dem Münchner bekanntlich eine frische Brezn, eine Leberkassemmel oder ein heißer Cappuccino. Und deshalb hat unsere Zeitung verglichen, wie teuer der Spaß wo ist. Zwei unserer Reporterinnen haben sich auf den Weg durch die Stadt gemacht und die Preise notiert. Hier ist ihr Brezn-Atlas.
Unschlagbar ist der Alof im Glockenbachviertel, bei dem die erste Brezn 50 Cent kostet und jede weitere dann 70 Cent. Quasi als Einstiegspreis, aber auch 70 Cent sind überschaubar. Nur 20 Cent mehr kostet das resche Stück bei Traublinger.
Elisabeth Traublinger sagt: „Bei uns ist der Preis noch nicht angehoben worden. Ab Februar werden wir uns zusammensetzen und über eine Preiserhöhung sprechen, um weiterhin schwarze Zahlen zu schreiben.“ Die Verkaufsmanagerin verweist auf Miet- und (freiwillige) Lohnkostenerhöhungen und gestiegene Materialkosten („Wenn man mal einen Mechaniker bestellt, ist man gleich Geld los, ohne dass der wirklich etwas gemacht hat“). Das alles müsse umgelegt werden. „Wir hätten die Preise längst erhöhen müssen“, betont Traublinger.
Bei der Leberkassemmel steht man freilich vor einem weiteren Problem: Da wird in der Regel ein Festpreis angesetzt und dann eine Scheibe heruntergesäbelt vom Laib, was bei hoher Nachfrage zu bedenklich (roastbeef-)dünnen Scheiben führen kann. Daher auch die „ca.“-Angabe von 100 Gramm in unserer Tabelle.
Die Preise für Brot, Brezn & Co. steigen seit Jahren, so das Statistische Bundesamt. Vielleicht ein Trost: Im europäischen Vergleich liegen wir im Mittelfeld. LEONIE FORTH,
KATHARINA RACK