Münchens Hoteliers und Gastronomen reagieren hocherfreut auf die Nachricht, dass Superstar Adele im August für vier Shows nach München kommt. Die Diva tritt auf dem Messegelände Riem auf (wir berichteten). „Das ist eine tolle Botschaft für den Tourismus in München“, sagt Angela Inselkammer, Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA in Bayern. Adele bringe viele zusätzliche Gäste in die Stadt und das Umland.
Auch im Hotel Vier Jahreszeiten herrscht Freude: Noch habe man zwar nicht mehr Anfragen verzeichnet, man rechne jedoch aus Erfahrung demnächst damit. „Wir werden die Preise im Zeitraum der Konzerte auch nach oben anpassen“, sagt eine Sprecherin des Hotels. Das Gleiche habe man auch bei US-Megastar Taylor Swift getan, die am 27. und 28. Juli im Olympiastadion auftreten wird. Während dieser Konzerte habe die Zahl an Buchungen zugenommen. „Jedes Großevent ist wunderbar für das Gastgewerbe“, sagt Inselkammer.
Im Bezirksausschuss (BA) Trudering-Riem gehen die Meinungen über die Veranstaltungsreihe hingegen auseinander: „Ich bin der Ansicht, solche Großkonzerte gehören ins Olympiastadion“, sagt der Fraktionssprecher der Grünen, Herbert Danner. Die Show wird der Sängerin in Riem allerdings mit einer eigenen Arena „auf den Leib geschneidert“ – was im Olympiastadion kaum möglich wäre. Danner betont ferner, für die Anwohner der Messestadt gingen solche Events teils mit „Problemen“ einher: „Zum einen geht es um Lärm, zum anderen um die An- und Abfahrten“, sagt er. Die Lärmbelästigung habe sich bei vergleichbaren Events auf dem Messegelände in den vergangenen zwei Jahren allerdings in „Grenzen gehalten“, das müsse auch diesmal gewährleistet werden. „Und wir müssen das wilde Parken in der Umgebung unbedingt verhindern“, fordert er. Es müssten dafür auch zusätzliche Zubringer-Busse zum Gelände eingerichtet und der Takt der U-Bahnen verdichtet werden. Außerdem müssten beide Haltestellen, Messestadt West und Ost, geöffnet bleiben. Das hatte vor zwei Jahren (etwa bei Helene Fischer) teils für Unmut gesorgt – der Bahnhof Messestadt Ost zur Abreise blieb damals geschlossen. Der BA-Vorsitzende in Trudering-Riem, Stefan Ziegler (CSU), ist dagegen zuversichtlich, dass heuer alles gut läuft: Bereits nächste Woche werde der BA mit den Veranstaltern über ein Konzept sprechen. Er findet: „Solche Events sind gut für München.“
Bereits zwei Stunden nach Bekanntgabe am Mittwoch verzeichneten die Veranstalter rund 300 000 Ticket-Anfragen. Es werden nämlich die einzigen Konzerte der Sängerin in Europa sein. Mehrere hunderttausend Besucher werden an den vier Terminen (2., 3., 9. und 10. August) erwartet. Theoretisch könnten es bis zu zehn Konzerte werden – bei entsprechendem Ansturm. Der Veranstaltungsort München wurde auch deswegen von der Künstlerin gewählt, weil er vom ganzen Kontinent zentral erreichbar ist. Münchens Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) zufolge kann die Veranstaltung vor allem eines bewirken: „München wird ein weltweit attraktiver Standort für Popkonzerte dieser Größenordnung. Das ist auch für die Zukunft ein immenser Wirtschaftsfaktor.“ lim, lö