Es ist eine runde Zahl, aber gibt sie auch Anlass zu Optimismus? 100 Mitglieder hat der Verein Sommerspiele München inzwischen. Das klingt gut, aber für eine Millionenstadt wie München ist es wohl doch eine eher überschaubare Größenordnung. Michael Franke, stellvertretender Vorsitzender des Unterstützervereins für eine Olympia-Bewerbung, räumt ein: „Die Sache ist noch nicht so recht in Schwung gekommen.“
Am Freitag, 9. Februar, findet nun eine weitere Diskussionsveranstaltung zu möglichen Olympischen und Paralympischen Spielen in München statt. Beginn ist um 18 Uhr im Augustinerkeller an der Arnulfstraße. Mit dabei sind unter anderem Günter Zahn, Fackelläufer der Olympischen Spiele 1972, Stephan Brause, Leiter der Stabsstelle beim DOSB für eine Olympia-Bewerbung und die ehemalige Deutsche Meisterin im Bodenturnen, Lisa Zimmermann, die ihre Karriere mittlerweile beendet hat.
Bekanntlich erwägt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) eine Kandidatur für die Sommerspiele 2036 oder 2040. Berlin, Hamburg, Leipzig, die Region Rhein-Ruhr und auch München haben ihr Interesse an einer Bewerbung bekundet. Der DOSB will bis zum Sommer ein Feinkonzept erstellen. Und dann entscheiden, ob und – falls ja – mit welchen Städten er für die Bewerbung der Spiele ins Rennen geht.
Franke glaubt, dass München als Austragungsort besonders geeignet wäre, weil viele bestehende Anlagen genutzt werden könnten. Zudem könnte Olympia die Stadtentwicklung positiv beeinflussen. Generell gehe es aber auch darum, den Rückhalt in der Bevölkerung auszuloten. Man wolle Bürger und Sportvereine in den Prozess einbinden. Ansonsten mache eine Bewerbung keinen Sinn. Der Verein will die Spiele zum Beispiel für alle zugänglich und erschwinglich machen. Inwieweit das IOC da mitspielt, steht auf einem anderen Blatt Papier. OB Dieter Reiter (SPD) hatte in der Vergangenheit einen Bürgerentscheid ins Spiel gebracht. Sein Credo: „Ohne die Zustimmung der Münchnerinnen und Münchner wird sich die Stadt nicht bewerben.“ KLAUS VICK