Sehen und gesehen werden – die Eitelkeit mancher Münchner hat ein Dieb dreist ausgenutzt: Der 33-Jährige zockte Fitnessstudio-Besucher ab, die auch beim Training nicht auf ihre Rolex am Arm verzichten wollten. Sobald die Betroffenen in die Dusche gingen, klaute er die Luxusuhren aus dem Spind. Eine Masche, mit der der Serien-Dieb sechs Mal erfolgreich war: In nur fünf Tagen machte er in München Beute im Wert von 90 000 Euro!
Die Luxus-Modelle der Marke Rolex brachten die Kasse des Kriminellen aus Schweden mit türkischen Wurzeln zum Klingeln. Er hatte es, wie Kommissar Winfried Kotschenreuther erklärt, ausschließlich auf Luxusuhren abgesehen. Und der Chef des Kommissariats 53 fügt an: „Dabei war er selbst sehr elegant gekleidet.“ Zwischen dem 21. und 25. April 2023 tauchte er in schickem Anzug und mit edler Louis-Vuitton-Tasche in fünf Studios der Ketten Fitness First und Elements in der Altstadt, in Schwabing, Laim und in Neuhausen auf. An den Trainingsgeräten kam er selbst weniger ins Schwitzen, vielmehr schaute er sich die anderen Sportler genau an. Wer tatsächlich mit einer Rolex am Arm aufs Laufband ging, geriet ins Visier des Diebs. In den Umkleiden war es dann ein Leichtes für ihn, die Spinde zu knacken. Teuerster Fang in München war eine Rolex für über 20 000 Euro. Ein europaweiter Abgleich zeigte der alarmierten Polizei schnell: Der Dieb schlug auch in der Schweiz, in Hamburg und Frankfurt zu.
In Hessen konnte der Luxus-Bandit Mitte August gefasst werden. Wie hoch der weitere Schaden ist, den er verursacht hat, konnte die Münchner Polizei nicht sagen. Sie beabsichtigt, den Schweden an der Isar in einem eigenen Verfahren vor Gericht zu bringen. Bislang sitzt er in Frankfurt in Untersuchungshaft, wo ihm auch der Prozess gemacht werden soll. NADJA HOFFMANN