Die Münchner Altstadt ist voll von Geschäften, Gaststätten – und Arztpraxen. Tatsächlich ist in keinem anderen Stadtviertel die Dichte an Medizinern so groß wie rund um den Marienplatz. Allerdings ist die Erreichbarkeit schwierig, gerade für Menschen, die weniger gut zu Fuß sind, kranke und ältere beispielsweise. Da will die Stadt nun helfen. Wie unsere Zeitung erfahren hat, soll in den Sommermonaten (Juni bis August) ein Pilotversuch mit elektrischen Kleinbussen und E-Rikschas starten.
Ein vergleichbares Konzept exisitiert mit dem „Kavalier“ in Ljubljana (Slowenien), wo die Mini-Busse sogar durch die Fußgängerzone gondeln. Wegen der niedrigen Geschwindigkeit (maximal 25 km/h) können Passanten die Fahrzeuge während der Fahrt anhalten und einsteigen. Den „Kavalier“ gibt es in offener Ausführung und geschlossen, er kann bis zu fünf Fahrgäste aufnehmen. Wie die Fahrzeuge in München aussehen sollen, steht noch nicht fest.
Die Busse sollen hier voraussichtlich in einem Zehn-Minuten-Takt um die Fußgängerzonen herum pendeln (siehe Karte), die E-Rikschas sollen Senioren oder Patienten nach Bedarf von der Haltestelle sogar direkt zum Einkaufen oder zur Praxis bringen. Der Clou: Das Angebot richtet sich zunächst an alle Interessierten und wird in der Pilotphase kostenlos sein. Der Stadtrat muss aber Ende Februar noch zustimmen.
Münchens Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) sagte auf Anfrage: „Das Projekt läuft unter dem Label Mikromobilität. Sprich, dass man relativ kleinteilig eine Anbindung schafft, um auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.“ Das Ganze sei ein Superbeispiel dafür, wie man Wirtschaftsanliegen und Mobilitätsanliegen miteinander verbinden könne. „Gerade ältere Menschen können keine größeren Strecken in der Fußgängerzone zurücklegen. Speziell für diesen Personenkreis muss es ein Angebot geben.“
Wie es nach dem Testlauf weitergeht, ist offen. „Womöglich wird es für Leute ab einem bestimmten Alter kostenlos bleiben.“
In unserer Umfrage haben wir Menschen gefragt, ob sie einsteigen würden.