Prozess gegen ehemaligen Intendanten

von Redaktion

Thomas Pekny nach Kinderporno-Fund auf seinem Computer vom Amtsgericht verurteilt

Pornografische Bilder von zwei- bis sechsjährigen Mädchen in 78 Fällen, dazu 42 pornografische Bilder von 15- bis 16-jährigen Mädchen hatte Thomas Pekny, früherer Intendant und Mitinhaber der Kleinen Komödie im Bayerischen Hof, im temporären Internet-Speicher (Cache) seines Macbooks. Gestern wurde er deswegen vor dem Amtsgericht München verurteilt: Wegen Abrufens kinder- und jugendpornografischer Inhalte erhielt er eine Strafe von acht Monaten Gefängnis auf Bewährung, mit der Auflage, bis Ende des Jahres insgesamt 5000 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zu zahlen.

Das Urteil fiel in Abwesenheit des Angeklagten – Pekny ließ durch seine Anwälte vermelden, es gehe ihm nicht gut. Aufgrund „seiner derzeitigen Lebensumstände“ bestehe voraussichtlich längere Zeit Zweifel daran, ob eine Hauptverhandlung möglich sei, wie Richterin Cornelia Wölk verkündete. Im abgewandelten Strafbefehlsverfahren bekam dann die Staatsanwaltschaft ihren Willen, die Anwälte stimmten ebenfalls zu.

Noch mehr Schmutz: Bereits in der Vergangenheit hatte es Vorwürfe gegen Pekny wegen sexuellen Missbrauchs gegeben. 2021 wurde er davon freigesprochen. Dennoch gab er sein Amt als Intendant auf, blieb der Kleinen Komödie aber als Bühnenbildner und Anteilseigner der Betreibergesellschaft erhalten. Doch damit ist jetzt Schluss. „Wir stehen kurz vor seinem unmittelbaren Austritt aus der Betreibergesellschaft der Komödie“, sagt René Heinersdorff, Peknys Nachfolger als Intendant. Auch als Bühnenbildner – Peknys gelernter Beruf – sei er nicht mehr für das Haus aktiv. „Es gibt zwar Bühnenbilder aus früheren Spielzeiten, die wir nicht wegwerfen, wenn ein Stück wieder aufgenommen wird, aber keine aktuelle Produktion“, so Heinersdorff. „Der Mietvertrag mit dem Bayerischen Hof schließt darüber hinaus ein festes oder freies Beschäftigungsverhältnis mit Herrn Pekny aus.“

Wie es Pekny geht oder wie er zu dem Urteil steht, weiß auch sein Ex-Kollege nicht. Er habe ihn seit vier Wochen nicht mehr gesprochen, sagt der Intendant. „Ich denke, dass Herr Pekny sicher Zeit braucht, das, was ihm vorgeworfen wird, zu reflektieren, vielleicht zu therapieren und momentan nicht arbeiten kann.“

Vor drei Jahren hatten mehrere Frauen Pekny beschuldigt, sie in betrunkenem oder betäubtem Zustand missbraucht und von ihnen Videos und Fotos gemacht zu haben – was aber nicht klar nachzuweisen war. Im Januar 2023 wurde Pekny jedoch tatsächlich wegen sexueller Belästigung verurteilt. Er hatte eine Schauspielerin durch die Löcher ihrer Jeans berührt. Die Staatsanwaltschaft erließ einen Strafbefehl über 10 000 Euro. ISABEL WINKLBAUER

Artikel 8 von 9