Ganz schön dreist: Einem Bankkaufmann gelang es, gutgläubige Münchner durch gefälschte Darlehensverträge um insgesamt 123 654,23 Euro zu bringen. Damit nicht genug, hat er auch noch seine Freunde zu Mittätern gemacht. Der 29-jährige Angeklagte mit kroatischen Wurzeln zeigte sich wortkarg, als er gestern vor dem Amtsgericht erschien. Er war wegen Betrugs angeklagt – und gestand.
Insgesamt 53 Kunden einer Bank, die in München mehrere Filialen betreibt, waren zwischen 2020 und 2021 Opfer von K.s Masche geworden. Mittels gefälschter Darlehensverträge, die den ursprünglichen Betrag um bis zu 5000 Euro überstiegen, häuften sich innerhalb kurzer Zeit große Geldsummen an. Nikola K. konnte diese unbemerkt abzweigen. Wie es ihm gelang, die beachtlichen Summen vor den Augen der Bank verschwinden zu lassen? Indem er zwei Freunde ohne deren Wissen mit hineinzog: Unter dem Vorwand, einen Online-Shop zu eröffnen, bat K. seinen Kindheitsfreund Emre E., das Geld, das er mit dieser Nebeneinkunft verdiene, auf dessen Konto überweisen zu dürfen. „Er hat behauptet, dass er meine Kontoverbindung bräuchte, weil es ihm nicht erlaubt sei, einen Zweitjob zu haben“, berichtet der Speditionskaufmann, dem ebenfalls Betrug vorgeworfen wurde. Auch ein weiterer Bekannter wurde auf ähnlichem Weg zum Beute-Verwalter.
Nikola K. erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten zur Bewährung mit der Auflage, den Schaden in monatlichen Raten zurückzuzahlen. Die Verfahren gegen seine beiden Bekannten wurden gegen Geldauflagen eingestellt. KATHARINA RACK