Millionenzuschuss für ein grünes München

von Redaktion

Vier Bezirke profitieren von Fördergeldern des Bundes – Ziel: mehr Gärten und Oasen in der Stadt

München erblüht und wird noch viel grüner. Dafür gibt es 1,58 Millionen Euro Förderung vom Bundesministerium für Umwelt und Bundesamt für Naturschutz. Die Gelder kommen vier Stadtteilen zugute. Ziel sind mehr Gärten und Stadtoasen sowie bepflanzte Dächer und Häuserfassaden gegen die Sommerhitze.

Es geht beispielsweise um die Begrünung von Balkonen und Terrassen, insektenfreundliche Staudenbeete, Nistorte für Wildbienen in Sandarien und grünere Schulhöfe, Vor- und Innenhöfen von Wohnungsgebäuden, Stadtgärten und Plätze sowie berankte Fassaden. Gemeinsam können Bürger und Profigärtner erleben und lernen, was in der Stadt gut funktioniert und welche Pflanzungen gedeihen und die Anwohner erfreuen.

In der Innenstadt sind die Isar- und Ludwigsvorstadt mit dem Südlichen Bahnhofsviertel, dem Glockenbach- und Dreimühlenviertel und Giesing bei diesem Großprojekt für mehr Stadtnatur und Biodiversität dabei. Neben den stark bebauten und wenig grünen Innenstadtquartieren läuft das fünfjährige Großprojekt Stadtnatur in Schwabing West und Bogenhausen. Die dort schon bestehenden Gemeinschaftsgärten Stadtacker am Ackermannbogen und Experimentiergarten am Ökologischen Bildungszentrum nahe dem Cosimabad sind die Ausgangspunkte für weiteres Gärtnern unter wissenschaftlicher Begleitung, mit Fokus auf den Insektenschutz. Die Bürgerstiftung München, das Münchner Umwelt-Zentrum, Green City, die Technische Universität München und das Naturkundemuseum Berlin setzen das Projekt um.

Fast die Hälfte des Fördertopfes gehen an München. Genauer gesagt 1,58 Millionen von 3,65 Millionen Euro Bundesgeld. Die Stadtteile bekommen diese hohe Förderung, weil dort bereits sehr gute Ansätze und Modellprojekte für mehr Aufenthaltsqualität in München, eine Anpassung an heißere Sommer in der Stadt und grüne Oasen, die Anwohner mitgestalten, vorhanden sind. Jetzt beginnt die entscheidende Phase in den vier Stadtteilen, bei der die Münchner mitmachen dürfen, um ihre unmittelbare Nachbarschaft zu gestalten und ihre Wünsche und Ideen einzubringen. Das Großprojekt des Bundes läuft bis Mitte 2028.

Die Münchner Ergebnisse werden auf andere Städte übertragen, weil sie wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. Die Fördergelder, die nicht an München gehen, müssen sich unterschiedliche Regionen und Kleingartenprojekte in Moers, Mannheim, Verden und Baden-Württemberg teilen.

Wer will professionell gärtnern und seine Straße begrünen? Wer kennt ein Dach, das bepflanzt werden könnte? Wer will neue Bäume und Büsche pflegen und seine Ideen einbringen? In einem Workshop stellt Green City das Projekt „Biodiversität ins Quartier!“ vor. Gemeinsam entstehen Ideen für Giesing und die Ludwigs- und Isarvorstadt. Die Teilnehmer aus den Stadtteilen erfahren, was Biodiversität ist und welche Bedeutung sie für München hat. Diese Startveranstaltung fürs Mitmachen findet am 20. Februar, von 18 bis 20 Uhr, im Büro von Green City in der Lindwurmstraße 88 statt. BETTINA ULRICHS

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