von Redaktion

VON REGINA MITTERMEIER

Ein bisserl ängstlich schaut der Feldhase auf Sabine Gallenbergers Brust Richtung Kamera. Der Kleine hat’s nicht leicht: Er ist verwaist, daher zieht ihn die Tierschützerin per Hand auf. Kein Einzelfall – Meister Lampe ist in Not. „Auf dem Feld kann der Feldhase heute nicht mehr überleben“, sagt Sabines Mutter Heidi (69). Deswegen päppeln die zwei Münchnerinnen immer mehr Osterhasen auf – und nicht nur die. Denn mit ihrem Verein kümmern sie sich um allerlei verwaiste Wildtiere.

Bald ist Ostern – und besonders Kinder freuen sich dann über die vom Osterhasen versteckten bunten Eier. Tatsächlich gehen dem Hasen aber für sich selbst die Verstecke aus – das ist gerade für Jungtiere verhängnisvoll. „Auf kahlen Feldern fehlt die lebenswichtige Deckung vor Feinden und Nässe“, sagt Heidi Gallenberger. Und zu den Feinden zählt neben Fuchs oder Krähe auch der Mensch.

Aktuell kümmern sich die zwei Frauen und ihr Team um neun Feldhasen, in einem ganzen Jahr pflegen sie etwa 50. „Tendenz steigend!“ Einen haben sie erst am Mittwochmorgen aufgenommen – nachdem sie schon um 4.30 Uhr vom Finder angerufen wurden. Aber die Tierschützer beraten gern. Denn Spaziergänger sollten gefundene Hasenbabys nicht einfach berühren oder gar mitnehmen. Denn oft ist die Mutter nicht weit – und deren Milch ist für die Kleinen überlebenswichtig. Anders schaut es aus, wenn ein Tier von einer Krähe oder Katze angegriffen wird oder es anderweitig in Gefahr ist. In dem Fall bittet Heidi Gallenberger um Hilfe. Heißt: Zuerst bei ihrem Verein Wildtierwaisen-Schutz Rat einholen. „Wir sind Tag und Nacht erreichbar.“

Noch etwas kann man tun. Denn der Feldhase lebt heute eher sicher am Waldrand, in Gärten, auf Firmengeländen oder Golfplätzen. Bedeutet für die Pflanzenpflege dort: auf Gartengifte verzichten! Wer etwas Gutes tun will, mäht Wiesen außerdem nicht zu kurz und zu oft. So können Kräuter gedeihen, die die Tiere gerne fressen. Wer ein verwaistes Wildtier findet, wendet sich an den Verein Wildtierwaisen-Schutz (www.wildtierwaisen-schutz.de) unter Telefon 0151/41 66 66 88.

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