Angst um das Handwerkerdorf

von Redaktion

Stadtgründungsfest: Sparmaßnahmen der Innungen schocken die Politiker

Dem traditionellen Handwerkerdorf beim Stadtgründungsfest droht das Aus. Der Grund: Die Innungen können die Ausstellung finanziell nicht mehr stemmen. CSU und Freie Wähler wollen helfen. „Das Handwerkerdorf ist sehr beliebt und muss bleiben“, sagt CSU-Chef Manuel Pretzl.

Das Handwerkerdorf wird für gewöhnlich während des Stadtgründungsfestes (8. und 9. Juni) am Odeonsplatz aufgebaut. In den Schauwerkstätten demonstrierten Handwerker sowie Auszubildende aus verschiedenen Innungen ihre handwerklichen Fähigkeiten. Besucher haben die Gelegenheit, an zahlreichen Ständen selbst aktiv zu werden: vom Hobeln übers Schmieden, von farbiger Gestaltung bis hin zum Weben.

„Das Handwerkerdorf zeigt die Vielfalt des Handwerks und weckt bei jungen Besuchern das Interesse für handwerkliche Berufe“, sagt Manuel Pretzl. „Wir setzen uns deshalb für eine Förderung von 50 000 Euro zur Rettung des Handwerkerdorfs ein.“ Ein entsprechender Antrag soll heute an das Referat für Wirtschaft und Arbeit gestellt werden. Dessen Chef Clemens Baumgärtner sagte zur unserer Zeitung: „Ich unterstütze das Anliegen. Das Handwerkerdorf gehört einfach zum Stadtgründungsfest dazu. Ich jedenfalls kann mir nicht vorstellen, dass das Dorf heuer nicht aufgebaut werden soll.“

CSU und Freie Wähler wollen aber noch mehr für das Handwerk tun. In einem weiteren Antrag fordern sie die Verwaltung auf, auf den Parkausweisen für Handwerker künftig auch die Angabe von Parklizenzgebieten zu ermöglichen. Damit sollen Handwerksbetriebe beispielsweise im Bereich ihres Firmensitzes parken können. Auch Handwerker, die von ihrem Arbeitgeber dauerhaft ein Fahrzeug bekommen, sollen in ihrem heimischen Parklizenzgebiet mit dem Fahrzeug stehen dürfen. Aktuell gilt der Handwerkerparkausweis ausschließlich für das Parken am Arbeitsort während der Arbeitszeit, was die Betriebe vor Probleme stellt.

Pretzl: „Nicht nur beim Stadtgründungsfest, sondern jeden Tag braucht das Handwerk in der Stadt unsere Unterstützung. Und eines der größten Probleme ist und bleibt der Mangel an Parkplätzen.“ SASCHA KAROWSKI

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