Schon vor der Kirche gibt es Tränen. Poldi von Bayern kann sie kaum zurückhalten. „Fritz und ich waren 50 Jahre befreundet! Ich bin unendlich traurig, er wird mir so fehlen.“ Wie allen, die an diesem wolkenverhangenen Mittwoch in die gläserne Herz-Jesu-Kirche nach Neuhausen kommen.
Es ist ein kleiner Kreis, der dem großen Fritz Wepper, der am 25. März mit 82 Jahren im Hospiz verstarb, die letzte Ehre erweist. Witwe Susanne Kellermann, die gemeinsame Tochter Filippa sitzen in der ersten Reihe der riesigen Halle. Fast verloren wirken die wenigen in tiefes Schwarz gekleideten Menschen – es dürfen nur die Trauergäste in die Kirche, die auch eine Einladung vorweisen können. Niemandem sonst gewähren die Bestattungshelfer Einlass, jeder Name wird streng auf einer Liste abgehakt. So mancher Bekannter, der gerne Abschied genommen hätte, kehrt unverrichteter Dinge um.
Und so blieben der engste Familienkreis und einige ausgewählte Freunde unter sich. Dabei war „Fritz ein so fröhlicher, lebenslustiger Mensch“, wie Anwalt Dr. Wolfgang Seybold zu berichten weiß, der seinen Freund noch im Hospiz in Agatharied besucht hat.
„Mein lustiger Fritz war er, wir haben immer großen Spaß zusammen gehabt“, erinnert sich Schauspielerin Andrea Wildner, die einst mit Wepper in „Um Himmels Willen“ vor der Kamera stand. Wie auch Ex-TV-Nonne Janina Hartwig, die unzählige Stunden mit Wepper am Filmset verbrachte. „Es ist ein großer Verlust für uns alle“, sagt sie mit leiser Stimme.
Denn eines war Fritz Wepper: mit Leib und Seele ein Lebensmensch, der brillant unterhalten konnte. Die Heiterkeit seines Herzens spricht an diesem Tag aus den Freunden. Ausnahmslos jeder erinnert sich an Weppers Gabe, unendlich viele Witze erzählen zu können. „Stundenlang konnte er das“, weiß Schauspieler Francis Fulton-Smith.
Auch Uschi Glas fallen sofort „die kleinen Schandtaten ein, die wir zusammen angestellt haben. Es war eine innige Freundschaft, wir haben wirklich viel zusammen gedreht.“
Ministerpräsident Markus Söder, der ihn mehrfach auszeichnen durfte, wagt sich ganz weit vor: „Fritz Wepper hätte in Hollywood eine große Karriere machen können, hat sich aber für die Familie und Bayern entschieden.“ Nach der mehr als einstündigen Trauerfeier mit Abschiedsreden von Söder, Hubert Burda und Wepper-Freund Maximilian Heiden, fand die Beerdigung auf dem kleinen Friedhof an der Winthirstraße statt – im Grab von Weppers Familie. Hier wurde erst im vorigen Jahr sein Bruder Elmar beigesetzt. „Jetzt sind sie wieder vereint“, sagt Söder.
Nach der Trauerfeier und der Beerdigung bat Verleger Hubert Burda zu einem Abschiedsessen in Kufflers Seehaus im Englischen Garten. Dabei hielt jeder ein Sterbebild von Fritz Wepper in den Händen, auf dem zu lesen war: „Ein großes, wundervolles Herz hat aufgehört zu schlagen. Du wolltest doch so gern noch bei uns sein. Es ist so schwer, den Schmerz zu tragen. Ohne Dich wird alles anders sein.“