Truderinger Kurve: Staatssekretär stellt Freistaat Ultimatum

von Redaktion

Freistaat soll Kfz-Verwahrstelle für Bahnausbau verlegen – Letzte Chance für anwohnerfreundliche Variante

Gibt es doch noch eine Chance für eine Gestaltung der Truderinger Bahn-Kurve, die auch den Anwohnern gefällt? Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und Beauftragte des Bundes für den Schienenverkehr, Michael Theurer (FDP), fordert den Freistaat jetzt auf, eine „verbindliche schriftliche Zusage“ zur Verlegung der Kfz-Verwahrstelle zu geben. Sie steht dem Bau der von den Anwohnern favorisierten Ausbau-Variante bisher entgegen.

Sollte diese Zusage nun doch noch „kurzfristig“ erfolgen, wäre das Bundesverkehrsministerium bereit, das Trassenauswahlverfahren wieder zu starten – „auch wenn dies mit zeitlichen Verzögerungen für das Vorhaben verbunden ist“, heißt es in einem Brief Theurers an verschiedene Mandatsträger, der unserer Zeitung vorliegt. Bisher ist der Bau grob für die Zeit 2026 bis 2032 vorgesehen.

Die Truderinger Kurve ist Teil eines Plans, um Güterzüge aus dem Süden leichter über den Nordring um München herum leiten zu können. Die Bahn hatte nach langem Hin und Her drei Varianten für die Truderinger Kurve erarbeitet. Die von den Anwohnern bevorzugte Varianten B1 und B2 scheiterten jedoch daran, dass sie über die Abstellanlage der Polizei für abgeschleppte Fahrzeuge führen würden. Theurer sagte unserer Zeitung, es müsse im Sinne der Anwohner „zeitnah endlich Klarheit“ hergestellt worden, ob die Verwahrstelle verlagert werden könne – oder eben nicht. „Jetzt besteht ein kurzes Zeitfenster.“

Bisher ist es dem Freistaat nicht gelungen, ein Ersatzgrundstück zu bekommen. In der Not hatte der Freistaat zuletzt sogar gebeten, dass die Bahn eine unorthodoxe Alternative erarbeitet – eine 700 Meter lange Komplett-Einhausung der zweigleisigen Strecke, die zum Teil auf Stelzen über die Verwahrstelle hinweg geführt würde (wir berichteten). Die Prüfung hat begonnen. Ob so was technisch machbar wäre und wie viele Millionen Euro das mehr kostet, ist bisher aber unklar.

Auf Anfrage verwies das bayerische Verkehrsministerium lediglich auf eine Presseerklärung vom Januar. Es bleibe bei der Haltung, dass die Bahn die Einhausung prüfen solle. Dies würde die „Wohnbebauung nahezu vollständig vom Bahnlärm abschirmen“. DIRK WALTER

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