Big Apple in der Maxvorstadt

von Redaktion

VON ANDREAS DASCHNER

Überhaupt wird die Maxvorstadt sprichwörtlich zum Apfelgehäuse. Der Technologiegigant hat bereits Räume im Nachbargebäude bezogen und auch das Grundstück gegenüber den Lichthöfen gekauft – für 252 Millionen Euro, wie Münchens Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner am Rande des Richtfests erzählte.

Und Apple ist nicht das einzige Hightech-Unternehmen, das München als Standort auserkoren hat. Google, IBM, Siemens – die Liste lässt sich beinahe beliebig verlängern (siehe Kasten). Kein Wunder, dass Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, den Hightech-Charakter Münchens betonte. Es sei beachtlich, dass Apple in der Maxvorstadt zwei Milliarden Euro investiere – auch, weil es für den Freistaat ein großes Anliegen gewesen sei, „dass Apple damit ein deutliches Zeichen für den Standort München setzt“.

Wie viele Arbeitsplätze in den Lichthöfen tatsächlich entstehen, ist ein gut gehütetes Apple-Geheimnis. Laut Architekt Laurent Brückner ist das Gebäude bei einer reinen Büronutzung für bis zu 200 Personen ausgelegt. Die Firma aus dem Silicon Valley wolle aber nicht nur Büros, sondern auch Labors für die Entwicklung unterbringen. Deshalb werden es wohl ein paar weniger werden.

Die Diskussion, ob Apple damit den Fachkräftemangel vor Ort verschärfen könnte, erstickte Baumgärtner im Keim: „München hat zuletzt Arbeitsplätze für 22 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aufgebaut, da wird Apple das Kraut nicht fett machen.“ Zumindest in diesem Bereich.

Wo der Hightech-Gigant das Kraut schon fett machen soll, ist bei den Einnahmen der Stadt. Baumgärtner erwartet jedenfalls, dass die Lichthöfe ein weiterer Motor für die Wirtschaft in der Landeshauptstadt werden. Er sieht das Gebäude als „Grundlage für die Einnahme von viel Gewerbesteuer“.

Eigentümer MünchenBau wird die Lichthöfe mit ihren markanten Sheddächern – auch Sägezahndächer genannt – übrigens nicht komplett fertigstellen. Bereits im August wird Apple die angemieteten Räume übernehmen und den Innenausbau selbst vornehmen, wie MünchenBau-Chef Friedrich Neumann berichtete.

Seine Firma hatte das Areal 2018 erworben. Dass Apple bei dem Filetgrundstück als Mieter zuschlug, liegt womöglich auch an der Münchner Strategie bei der Entwicklung zum Hightech-Standort, die Herrmann so beschrieb: „Wir müssen um das besser und schneller sein, was wir im internationalen Bereich teurer sind.“

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