Biber in Bogenhausen

von Redaktion

Nager errichten stattlichen Bau am Hüllgraben – städtische Schutzmaßnahmen

Ein Biber hat sich mit seiner Familie am Hüllgraben in Bogenhausen angesiedelt. © Patrick Pleul/dpa

Am Hüllgraben in Bogenhausen hat sich eine Biberfamilie angesiedelt und einen stattlichen Bau erstellt. Zum Schutz gegen den Verbiss durch die Biber hat der Gartenbau Anfang März Drahthosen an allen schützenswerten Bäumen in dem Bereich angebracht. Zudem steht das Referat in regelmäßigem Austausch mit dem Biber-Management der unteren Naturschutzbehörde.

Neben Drahthosen ist auch ein Anstrich der Bäume mit einem umweltfreundlichen Mittel, welches vor Fraß schützt, ein probates Mittel gegen Biber-Schäden, erklärt das Baureferat. Zusätzlich werden Futterstellen mit Resten von Gehölzschnitten geschaffen. Dadurch lässt der Biber eher von den Bäumen ab.

Das Baureferat nimmt den Biber auch in Schutz. Er trage nämlich zur Entstehung naturnaher Ufergehölze bei. Speziell Weiden und Pappeln würden wieder austreiben, wenn sie abgebissen wurden und dann zu dichteren Gebüschen heranwachsen. Da die Bäume und Äste meist nur unvollständig abgenagt würden, könnten Wurzeln treiben und neue Triebe bilden. Die Biber würden mit ihrer Arbeit auch viele offene Bodenstellen und Schlammflächen schaffen, in denen feucht liebenden Gehölze ein ideales Keimbett fänden.

Ein weiterer positiver Aspekt: Wo dichte Gehölze die Gewässer und Ufer beschatten, führe das Fällen von Uferbäumen zur Auflichtung und Verjüngung. Davon würden licht- und wärmeliebende Tiere und Pflanzen massiv profitieren. Das zurückbleibende Holz sei keinesfalls tot, betont das Baureferat. Es werde als Nahrungsgrundlage, Brutplatz, Versteck und Sitzwarte von einer Vielzahl an Wasser- und Uferbewohnern genutzt, die an „aufgeräumten“ Gewässern keine Lebensgrundlage fänden. CARMEN ICK-DIETL

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