Mehr als eine halbe Million Menschen waren vergangenes Jahr beim CSD in München. © IMAGO/Sachelle Babbar
Am 24. Juni steigt die Politparade des Christopher Street Days (CSD) in München – wieder ohne die CSU. Darüber berichtete zunächst die Abendzeitung. Demnach begründet das Organisationsteam des CSD die diesjährige Absage damit, dass „sowohl die CSU als Partei, aber auch die CSU-Stadtratsfraktion“ die Bedingungen dafür „nach wie vor nicht erfüllen“. „Grundlegende Voraussetzung für alle Teilnehmenden“ sei, „dass sie sich für gleiche Rechte und gesellschaftliche Akzeptanz von allen queeren Menschen engagieren“.
Anne Hübner, SPD-Stadträtin und Chefin der SPD-/Volt-Fraktion im Rathaus, kritisiert den erneuten CSU-Ausschluss. Auf der Plattform X (ehemals Twitter) schrieb sie, sie halte die Entscheidung gegen einen CSU-Wagen am CSD für einen Fehler. „Aufgabe jetzt wäre, gesellschaftliche Gemeinsamkeiten zu suchen und nicht, die Brandmauer zwischen woke und nicht woke zu ziehen. Aber das müssen Veranstalter natürlich selbst wissen.“ Der englische Begriff woke beschreibt eine Wachsamkeit für Diskriminierungen und Missstände.
Der CSD ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag, an dem Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans-Personen für ihre Belange auf die Straße gehen. Schon letztes Jahr durfte die CSU nicht mitmachen. Die Veranstalter lehnten ihren Antrag, mit einem Wagen teilzunehmen, ab. Damals erklärte das Organisations-Team, die Partei gehe „nicht konform mit unseren Zielen und Forderungen“. Das sorgte für Empörung – etwa bei den Lesben und Schwulen in der Bundesunion (LSU) und auch bei Dietmar Holzapfel, dem Wirt des Münchner Schwulen- und Queer-Treffs Deutsche Eiche. REGINA MITTERMEIER