KURZ BERICHTET

Nach Todessturz am Romanplatz: Wer trägt die Verantwortung?

von Redaktion

Die Balkone im Innenhof wurden nachträglich angebaut. Die Polizei will nun wissen: von welcher Firma? © Schlaf

Auch drei Tage nach dem Todesdrama vom Romanplatz sind die Menschen in Nymphenburg geschockt: Sie können nicht glauben, dass eine 80-Jährige durch einen Sturz von ihrem Balkon sterben musste. Wie berichtet, hatte die Bodenplatte unter dem Gewicht der Seniorin nachgegeben. Die Frage, die sich alle stellen: Wer ist daran schuld? Wie es von der Polizei heißt, ermittelt das Kommissariat 13 (häusliche Unfälle) inzwischen wegen fahrlässiger Tötung und Baugefährdung.

Denn der Verdacht, der sofort nach dem tödlichen Sturz aus acht Metern aufkam, hat sich nun bestätigt. Laut Präsidium war das Material, das verwendet wurde, „nicht“ als Balkonplatte „geeignet“. Trümmerteile vor Ort sehen aus wie Spahn- oder Sperrholzplatten. Diese waren seit Jahren Wind und Wetter ausgesetzt.

Der Balkon der toten Münchnerin im zweiten Stock hatte keinen Regenschutz. Als sie am Samstag gegen 20.30 Uhr nach draußen trat, passierte es. Die Platte brach ein und die Seniorin, deren nette Art von den Nachbarn geschätzt wurde, stürzte ab. Erst auf den Balkon im ersten Stock, bei dem der Boden auch nicht hielt. Dann auf den Steinboden im Innenhof, wo sie ein Nachbar fand. Der Notarzt konnte der Frau nicht mehr helfen.

Die Polizei will wissen, wer für die nachträglich angebrachten Balkone verantwortlich zeichnet: Wer hat den Anbau in Auftrag gegeben? Wer hat ihn ausgeführt? Und wer hat entschieden, welches Material verwendet wird? Wichtig ist für die Polizei außerdem, die Besitzverhältnisse zu klären. Grundsätzlich gilt, dass ein Eigentümer für die Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften verantwortlich ist. NADJA HOFFMANN

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