Absperrungen auf der Fürstenrieder Straße: Der Bau der Tram-Westtangente führt zu Stau-Chaos © Marcus Schlaf
Es wird eng auf der Fürstenrieder Straße, einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen im Münchner Westen. Unsere Zeitung berichtete bereits über den Ärger bei den Anwohnern, jetzt wird daraus auch ein Thema für die Politik. Der Grund für Münchens derzeit vielleicht schlimmste Baustelle ist eines der größten und umstrittensten Verkehrsprojekte der vergangenen Jahrzehnte: der Bau der Tram-Westtangente. Schon jetzt ist der Verkehr in Laim dramatisch eingeschränkt, die Leistungsfähigkeit der Fürstenrieder Straße „um etwa 70 Prozent reduziert“, wie die MVG mitteilt. Die Folge: überall Stau.
Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, fordert der Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark von der Stadt jetzt ein „umfassendes Konzept“, das unter anderem die Priorisierung des ÖPNV vor dem Individualverkehr vorsehen soll. Auch wollen die Stadtteilpolitiker unbedingt Schleichverkehr durch angrenzende Wohngebiete verhindern.
Klar ist: Autofahrer müssen für die Bauzeit mit weniger Fahrspuren zurechtkommen. Auf der teils sechsspurigen Fürstenrieder Straße bedeutet das, dass von den bisher drei Fahrspuren pro Richtung mindestens eine wegfällt. Die Grünen im BA rechnen mit „verstärkt auftretenden Stauereignissen“, die sich auch auf angrenzende Straßen wie die Waldfriedhofstraße ausdehnen könnten – wovon auch der ÖPNV betroffen wäre. „Wir bitten zu prüfen, ob durch bevorzugte Einfädelung der Busse oder eigene Busspuren eine Priorisierung der Busse eingerichtet werden kann“, heißt es von Fraktionssprecherin Maria Hemmerlein.
Derweil fordert die SPD eine temporäre Busspur auf dem Abschnitt der Fürstenrieder Straße ab der Maier-Helmbrecht-Straße Richtung Norden. Am 15. Mai habe man morgens gegen 8.30 Uhr zwischen der Helmbrecht-Straße und der Lindauer Autobahn A96 „sechs (!) Busse der Linien 51, 151 und 18“ gezählt: Es könne nicht hingenommen werden, dass Münchner, „die den umweltfreundlichen ÖPNV nutzen, einen massiven Zeitverlust im Stau erleiden durch den Individualverkehr, der gerade diesen Stau erzeugt“. DN