Baustelle in Bestlage: So schaut’s an der Rolltreppe in der Neuhauser Straße aus. © SIGI JANTZ
Und das mitten in der Innenstadt: Für den gehbehinderten Bernhardt ist es treppab mühsam. © SIGI JANTZ
Der Schwabinger Thomas Bernhardt vor der Rolltreppe beim Saturn: „Die funktioniert schon seit mehreren Jahren nicht“, sagt der 59-Jährige. © SIGI JANTZ
Die Rolltreppe, die laut Bautafel eigentlich schon seit Ende 2023 wieder in Betrieb sein sollte, ist dauerdefekt. Eine große, ewige Baustelle. Der Rolltreppenwitz in Münchner Bestlage zwischen Oberpollinger- und Alte-Akademie-Desaster.
„Das sind jetzt schon mehrere Jahre“, rechnet der Schwabinger vor. „Gut ein Jahr vor der Pandemie war sie schon kaputt“, sagt der 59-Jährige. Der Selbstständige hatte schon damals bei der Bahn angefragt, wann denn die Rolltreppe wieder funktionieren würde. „Die lapidare Antwort lautete: Nehmen Sie doch den Aufzug am Stachus.“ Was neben der Aussage an sich weitere Probleme mit sich bringt. Bernhardt sagt: „Ich habe einen Meniskusschaden und kann kaum gehen. Am Stachus die ganze Treppe runter ist schmerzhaft und mühsam, und bis zum Aufzug sind es mehrere hundert Meter.“ Für Gehbehinderte sei das eine Tortur. Die Bahn antwortete bis Redaktionsschluss nicht auf eine Anfrage bezüglich dieser Baustelle.
Bernhardt findet, dass es mit der Infrastruktur in München „immer schlimmer“ wird. Das deckt sich mit Erfahrungen unserer Leser, die seit Monaten hunderte Briefe zum Thema schicken. Von A wie Aufzüge über S wie S-Bahn und Schützenstraße. Zum Glück, sagt Bernhardt, wohne er an der Münchner Freiheit und sei nicht auf die S-Bahn angewiesen. „Zum Marienplatz und zum Sendlinger Tor komme ich ohne Umsteigen.“ Doch auch an der Münchner Freiheit komme es vor, dass „in einer Woche mehrere Tage lang Rolltreppen kaputt sind“. Insgesamt seien Aufzüge und Rolltreppen „eine Katastrophe“. Und wenn dann die Fußball-EM über die Bühne geht, sei das Bild, das die Stadt und der Freistaat abgibt, verheerend.
Nur zwei Beispiele für diese These: Der Aufzug in Baldham funktioniert schon seit Monaten nicht, und die Informationen dazu sind mangelhaft. Dass auch am Bahnhof Laim noch monatelang der Aufzug gesperrt ist (wegen der Arbeiten zur 2. S-Bahn-Stammstrecke), ist absurd. Fast zehn Prozent der Bevölkerung, so die Bahn, sei gehbehindert: „Bei der S-Bahn München ist uns besonders wichtig, dass alle die Möglichkeit haben, unsere Angebote zu nutzen – denn wir alle sind Minga.“
Mei, schön wär‘s.