KURZ BERICHTET

So klappt‘s mit der Bio-Bude

von Redaktion

Baubiologin Ilka Mutschelknaus © privat

Die Innenarchitektin und Baubiologin (55) aus Murnau bekommt etliche Komplimente, wenn Menschen zum ersten Mal ein baubiologisch gebautes Haus betreten. Einige Beispiele: „Hier fühle ich mich sofort wohl.“ „Was für ein tolles Raumklima.“ „So eine schöne Atmosphäre in diesem Haus.“ Die Expertin weiß: „Diesen Unterschied erlebt fast jeder!“ Die gute Nachricht: Es ist gar nicht so schwer, auch nachträglich den Wohlfühlfaktor der eigenen vier Wände zu erhöhen.

„Natürlich kann man bei grundlegenden Renovierungen besonders gute neue Entscheidungen treffen“, sagt Ilka Mutschelknaus: Wenn der herkömmliche Putz abgeschlagen werden muss, kann er durch einen Lehmputz ersetzt werden. „Dieser ist offenporiger. Der Schall wird gedämmt. Ich empfehle Lehmputz gern für Kinderzimmer.“ Lehm nimmt Feuchtigkeit auf: „Die Raumluft wird besser“, auch weil der Putz nicht wie herkömmliche Produkte mit Lösungs- und Konservierungsmittel versetzt ist.

Das gilt auch für Farben, die noch lange chemische Zutaten ausdünsten können. Kalk- und Silikatfarben sind eine natürliche Alternative. Wer den etwas höheren Preis scheut, sollte auf jeden Fall auf das Zeichen Blauer Engel achten, das stellt sicher, dass keine giftigen Lösungsmittel enthalten sind. Auch die Zeitung Ökotest gibt regelmäßig verbraucherorientierte Informationen zum Thema Bauen und Renovieren.

Wer baut oder renoviert, muss sich damit auseinandersetzen, wie die Werkstoffe hergestellt werden – da geht es nicht nur um die eigene Gesundheit, sondern auch um die, die nachkommen: „Wir wollen ja Probleme für unsere Kinder vermeiden! Sie sollen ihr Elternhaus nicht als Sondermüll entsorgen müssen, wie das leider häufig bei Häusern aus den 1970er-Jahren nun der Fall ist.“ Generell gilt: Künstliche Materialien schneiden in der Ökobilanz schlechter ab als natürliche Werkstoffe. Ein Holzboden z. B. kann abgeschliffen werden und sieht wieder aus wie neu. Ein Plastik-Klickparkett landet in der Müllverbrennungsanlage.

Geht es an die Dämmung des Hauses, rät Ilka Mutschelknaus zu Alternativen zu den weit verbreiteten Polystyrol-Platten: „Das ist reine Chemie und kann bisher nur mit hohem energetischem Aufwand recycelt werden.“ Als Dämmung könne z. B. Holz- oder Hanffaser verwendet werden. Das Problem: „Styropor wird stark subventioniert und ist daher sehr günstig. Da ist die Politik in der Verantwortung, nachwachsende Materialien zu fördern.“
SUSANNE STOCKMANN

Artikel 2 von 11