Vom Obststandl zum Bier-Ausschank

von Redaktion

Die Münchner-Kindl-Brauerei plant einen Brauereiausschank nahe dem Grünwalder Stadion. Leiter soll kein Geringerer als Dieter Schweiger werden – der bekannte Obststandl-Didi von der Uni. Er soll hier täglich frisches Bier vom Fass zapfen. Dafür gibt er seinen Obststand auf.

Schweiger beim Anzapfen: Es spritzt noch.

Ein Bild an der Wand zeigt es: So soll der Brauereiausschank demnächst aussehen.

Einführung mit Musikant: Brauereichef Dietrich Sailer (re.) stößt mit seinem künftigen Wirt Dieter Schweiger an. © Martin Hangen (3)

Wiesnreif war das noch nicht, was Dieter Schweiger da mit Schlegel und Wechsel am Bierfass vollzog. Doch für sein erstes Anzapfen gänzlich ohne Vorwarnung war es ziemlich gut. „Ich brauch da aber schon noch Übung.“ Denn in Zukunft soll Schweiger, auch bekannt als Obststandl-Didi von der Uni, hier nämlich regelmäßig die Holzbierfässer anstechen. Das Münchner Original ist quasi der künftige Wirt des geplanten Brauereiausschanks der Münchner-Kindl-Brauerei an der Tegernseer Landstraße 80.

Die dazugehörige Brauerei entsteht gerade an der Tegernseer Landstraße 337 zwischen Ami-Siedlung und Autobahn. Derzeit läuft der Innenausbau, nächstes Jahr wollen Dietrich Sailer und seine Söhne Luis und Leo Eröffnung feiern. Wenig später soll dann auch der Brauereiausschank starten. Noch ist kein Bauantrag gestellt, die Sailers müssen erst noch den Kaufvertrag für das alte Häuschen unterzeichnen. Die Immobilie nahe der U-Bahnstation Silberhornstraße steht unter Denkmalschutz, der Laden im Erdgeschoss beherbergte früher eine Fleischhauerei, später einen Kramerladen, dann jahrzehntelang ein Blumengeschäft. Nun soll also der Brauereiausschank mit einigen wenigen Sitzplätzen einziehen. Geöffnet täglich ab Mittag bis zur Sperrstunde. „Wir wollen Giesing wieder etwas Leben zurückbringen.“ Ein Zeichen gegen das Kneipensterben.

„Wir haben eine gewisse Vorliebe für solche Gebäude und wissen, wie man historisch richtig baut, deshalb werden wir das Haus entsprechend herrichten“, erklärt Leo Sailer. Zudem sei der Standort in der Nähe der künftigen Brauerei und des Grünwalder Stadions ein echter Glücksgriff.

Ausgeschenkt wird nur das reine Bier, keine Mixgetränke, betont Brauer Luis Sailer. „Wir sind seit sechs Generationen Bierbrauer und haben ein liebevoll hergestelltes Produkt mit fachkundiger Entwicklung“, da wehre sich sein Brauerherz einfach gegen Radler oder Alkoholfreies. „Wer’s unbedingt braucht, kriegt eine Limo zum Selbermischen.“ Der Hopfensaft kommt vor Ort nur aus dem Holzfass. Die Zehn-Liter-Eichenfässer sollen täglich mit dem Pferdefuhrwerk von der Brauerei geliefert werden. Zudem werde es „Flaschenbier to go“ geben.

Für die Gläser ist eine eigene Eiskühlung geplant, damit das Münchner-Kindl-Bier am Abend lange gut schmeckt. Denn „das Glas wärmt das Bier auf“, erklärt Sailer. Beim Bierpreis wollen die Sailers ein Zeichen setzen. „Die Halbe sollte schon unter vier Euro sein“, so Vater Sailer. Der „Schnitt etwas billiger, die Stehmass etwas teurer. Aber keine Innenstadt-Preise, das Bier muss bezahlbar bleiben.“

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