Tamtam um die Tram

von Redaktion

Westtangente: Spatenstich für das Großprojekt

Gegner des Tram-Projekts: Alexandra Gaßmann, Rolf Raisch und Matthias Stadler (von links.) © Markus Götzfried

So soll der „Laimer Kreisel“ samt Tram aussehen. Oben rechts: Spatenstich mit Bürgermeister Dominik Krause, MVG-Chef Ingo Wortmann und weiteren Ehrengästen. © Markus Götzfried, MVG

Auf den Start dieses riesigen Projekts musste München geschlagene 33 Jahre warten: Die Bauarbeiten der Tram-Westtangente haben begonnen. Eine rund 8,3 Kilometer lange Tramlinie mit 17 neuen Haltestellen, die vom Romanplatz bis zur Aidenbachstraße führt. Einmal von Nord nach Süd durch den Münchner Westen. Die vorbereitenden Bauarbeiten laufen zwar schon etwas, doch am Freitag war der offizielle Spatenstich: „Die Linie bringt eine enorme Verbesserung für die anliegenden Stadtteile und entlastet die Innenstadt“, sagte Münchens Zweiter Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) bei dieser Gelegenheit. Bereits im Jahr 1991 hatte der Stadtrat das Projekt beschlossen.

Insgesamt soll die Tram fünf Stadtteile miteinander verbinden, die bisher durch die Buslinien 51 und 151 abgedeckt werden. Rund 250 000 Bewohner der anliegenden Viertel sollen direkt profitieren: So bieten Trams mehr Platz für Fahrgäste und sind in der Regel pünktlicher als Busse. Denn: „Sie sind wesentlich staufreier unterwegs“, sagt MVG-Chef Ingo-Wortmann. Ein weiterer Vorteil für sein Unternehmen: Gerade in Zeiten mit Personalnot sei es wichtig, möglichst viele Personen in einem Fahrzeug transportieren zu können. Und eine Tram kann deutlich mehr Passagiere mitnehmen als ein Bus.

Mit der neuen Linie schließe die Stadt nun eine zentrale Lücke, sagt Dominik Krause: „Denn an einer Stelle krankt das ÖPNV-Netz noch gewaltig: Das sind tangentiale Verbindung.“ Also Verbindungen, die nicht durch die Innenstadt verlaufen – sowohl die U-Bahn als auch die S-Bahn sind stark auf das Zentrum ausgerichtet. Die neue Tram soll so die Lebensqualität der Menschen im Münchner Westen verbessern und eine klimafreundliche Alternative zum Auto bieten.

Doch das Projekt hat nicht nur Befürworter: Vor allem Anlieger beklagen Staus durch die riesige und lang andauernde Baustelle (siehe Kasten). Krause zeigte dafür Verständnis, aber ergänzte: „Diese Grundsatzablehnung einiger Bürger kann ich in diesem Maße nicht nachvollziehen.“ Behinderungen ließen sich zwar während des Baus nicht vermeiden, doch am Ende profitierten alle, so Krause. Sogar die Autofahrer, deren Straße durch die neue Tramlinie entlastet werde. So lautet zumindest der Plan. Ohnehin seien Investitionen in den Nahverkehr in München quasi alternativlos. „So wie die Stadt wächst, ist ein Ausbau des ÖPNV-Netzes unabdingbar“, sagt Krause.

Die Linie wird jetzt in drei Abschnitten gebaut: Der erste Abschnitt zwischen Ammersee- und Agnes-Bernauer-Straße soll bereits Ende 2025 in Betrieb gehen. Das komplette Projekt soll im Jahr 2028 fertig sein. J. LIMMER

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