Brian Johnson mit Kappe (logisch) und mit seinem Gefolge auf dem Weg in den Katzlmacher. © Weis/API, babirad (2), Alamy
Die Legenden sind in München. Die E-Gitarre hat wieder einen Sinn. AC/DC, vor 51 Jahren gegründet und seit 1980 mit Brian Johnson als (Kreissägen-)Stimmführer, haben es sich im Mandarin Oriental bequem gemacht – wenn sie nicht gerade im Olympiastadion spielen. Wo sie den wohl bekanntesten ihrer zahlreichen Hits zelebrieren wie eh und je: Die Hymne „Highway to Hell“ aus dem Jahre 1979. Und nach dem Konzert? Da sitzt Frontmann Johnson (76) gerne beim Katzlmacher. Da heißt es allerdings Highway to Helles, wie uns Wirt Giorgio Cherubini erzählt.
Das italienische Gourmet-Restaurant ist 1983 gegründet worden – also drei Jahre nach Johnsons Einstieg bei der Rockband. Und serviert Kongeniales zur Message der Rockband für Abermillionen: Fabelhaftes ohne Schnickschnack, höchstes technisches Handwerk mit Tradition. Signore Cherubini, wie ist denn Johnson so? Und was isst er so?
„Herr Johnson ist ein ganz normaler Mensch, sehr umgänglich“, verrät Cherubini. „Er hat Fotos mit meinen Mitarbeitern gemacht, und auch eine Nachbarin mit ihrem kleinen Kind durfte sich mit ihm knipsen lassen“, erinnert sich der Katzlmacher-Chef. Schon drei Mal war der Sänger in seinem italienischen Restaurant – Samstag, Montag und am Mittwoch. „Ganz unzufrieden scheint er also nicht zu sein“, schmunzelt Cherubini. Gilt wohl auch für E-Gitarren-Legende Angus Young. Der ist auch schon mit Johnson aufgetaucht. Am Mittwochmittag. „Er hat ein kleines Weißbier getrunken, und Johnson ein kleines Helles.“ Alles in Maßen statt Massen. „Vorgestern Abend gab es aber eine Flasche Rotwein für Herrn Johnson.“
Eine ganze Flasche allein? Nein, sagt der Wirt. Man war zu sechst, darunter zwei Frauen und ein Bodyguard. Johnson und Young wollen keine Chichi-Kost. „Nudeln, Burrata, gebackene Zucchiniblüten. Keine Extrawünsche.“ Dazu Weihenstephaner und Wein. Am Abend dann der zweite Auftritt der Combo im Olympiastadion. Pasta scheint ein ordentlicher Energielieferant zu sein.
Wenn der AC/DC-Frontmann essen geht, bleibt das nicht unbemerkt. Im Lokal allerdings schaut das so aus: „Herr Johnson und seine Begleitung setzen sich immer an den Ecktisch, die Tische drumherum bleiben fanfreie Zone.“ Wer also zum Beispiel mit AC/DC-Shirt etc. reinkommt, wird weit weg platziert, damit der Star in Ruhe genießen und trinken kann. Wer mag schließlich beim Essen überfallen werden? Nicht, dass Mr. Johnson noch zu TNT wird. MATTHIAS BIEBER