Nazi-Parolen im Augustiner-Keller

von Redaktion

Eine Gruppe von Männern hat im Augustiner-Keller Nazi-Parolen angestimmt. © Sigi Jantz

Rechte Parolen im Lokal: Eine Gruppe junger Männer soll am Dienstagabend im Augustiner-Keller an der Arnulfstraße „Sieg Heil“-Rufe angestimmt haben. Die Polizei rückte an. Der Wirt schmiss die ungebetenen Gäste raus. Der Zwischenfall ereignete sich gegen 19 Uhr. Ein Mann aus einer 16-köpfigen Gruppe soll im großen Festsaal nach einer Rede mit Schnapsglas in der Hand mehrfach „Sieg“ gerufen haben. Die Gruppe habe daraufhin „Heil“ zurückgerufen.

Vroni H. saß zwei Tische weiter. Schon zuvor seien die Männer unangenehm aufgefallen, sagt die Münchnerin (47). „Sie waren sehr laut und haben rumgepöbelt.“ Als die Rufe ertönten, fasste sie sich ein Herz – und informierte das Personal. „Mein Herz klopfte bis zum Hals. Aber ich musste einfach was tun. So was darf nicht salonfähig werden.“ Die Mitarbeiter hätten „ganz toll“ reagiert. Auch die Augustiner-Brauerei bedankt sich „beim Wirt des Augustiner-Kellers, Christian Vogler, der sofort der Polizei verständigte und die Gruppe übergab“.

Beim Initiator der verbalen Entgleisung handelt es sich um einen 26-Jährigen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Alle Mitglieder der Gruppe sollen in Bayern wohnen. Ein paar von ihnen sind bereits wegen anderer Delikte polizeibekannt, darunter Körperverletzung und Diebstahl. Die Männer haben laut Polizei ihre Meisterprüfung gefeiert – alle sind Kfz-Mechatroniker. Sie hatten zwischen 0,6 und 2,3 Promille Alkohol im Blut. Der Staatsschutz ermittelt.

Auch politisch schlägt der Fall mittlerweile Wellen: Die SPD Maxvorstadt fordert die Einführung einer gemeinsamen Liste für Hausverbote in allen Münchner Wirtshäusern.
DAP

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