Christopher Streit Day

von Redaktion

Nach Ausschluss der CSU: Kultwirt Dietmar Holzapfel tritt aus Rosa Liste aus

Steht zum CSU-Ausschluss: Karin Willers (Rosa Liste)

Holzapfel: „Die Rosa Liste grenzt aus, das geht nicht.“

Der Christopher Street Day zieht die Massen an. Die CSU darf an der Parade nach einem Beschluss der Veranstalter aber nicht teilnehmen. © Schmidt, Schlaf, Rosa Liste

Die Farbe des Christopher Street Day (CSD) ist bekanntlich bunt. Zu bunt ist es nun allerdings Dietmar Holzapfel geworden, dem Wirt des legendären Hotels Deutsche Eiche, wo schon Rainer Werner Fassbinder und Freddie Mercury verkehrten. Holzapfel ist seit über 30 Jahren in der Rosa Liste. Jetzt nicht mehr. Denn der Münchner sieht rot statt rosa. Der Grund: Die Rosa Liste, Mitveranstalter des CSD, saß mit im Boot beim Beschluss, die Rathaus-CSU nicht an der Parade teilhaben zu lassen.

„Ich habe jahrzehntelang gegen Diskriminierung gekämpft, und jetzt grenzen wir selber aus – das geht nicht“, sagte Holzapfel unserer Zeitung. Zumal er bezweifelt, dass alle Organisationen des CSD – neben Rosa Liste auch diversity München, LesCommunity, Sub, Münchner Aids Hilfe – wirklich gegen den CSU-Ausschluss beim CSD waren. „Man darf nicht die Vertreter mit der gesamten Community verwechseln“, mahnt Holzapfel. Dass keine Reaktion auf seinen Austritt kam, kann er nicht verstehen. Ob er wie angekündigt nun der SPD beitritt, möchte er gestern nicht bestätigen. „Am liebsten trete ich in gar keine Partei mehr ein, auch wenn ich großer Fan von OB Dieter Reiter bin.“

Die Rosa Liste äußert sich gegenüber unserer Zeitung zu dem Entschluss: „Ich bedaure den Austritt von Dietmar Holzapfel, er war immer wichtiger Mitkämpfer für queere Gleichstellung“, sagt Rosa-Liste-Stadtrat Thomas Niederbühl. Er hätte sich jedoch gewünscht, dass Holzapfel vorab das Gespräch mit ihm gesucht hätte – was jedoch nicht passiert sei, so Niederbühl.

Die Partei Rosa Liste teilt mit, dass sie trotz des Austritts von Holzapfel weiter an dem Ausschluss der CSU von der Parade festhalten will: „Wir stehen weiter zu der Meinung des CSD“, sagt Vorstandsmitglied Karin Willers. Sie verweist auf die Begründung der Organisatoren. Darin heißt es, dass „die CSU die Kernforderungen des CSD nicht glaubhaft“ unterstütze. Als Beispiel dafür führen die Organisatoren an, dass die CSU etwa das Selbstbestimmungsgesetz der Ampel-Regierung ablehne. J. LIMMER, M. BIEBER

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